Stefan Otto 09.11.2009 / Inland
20 Jahre nach '89 - 52 Geschichten

Die Ungeduldigen

Es war der Ansturm der Menschen, der die Grenzer am 9. November veranlasste, den Schlagbaum an der Bornholmer Straße eigenmächtig zu öffnen

Am Abend des 9. November 1989 wurde die Grenze der DDR nach Westen geöffnet. Tausende Berliner drängten in den Westteil der seit 28 Jahren geteilten Stadt. Nachdem Günter Schabowski als Sprecher des Zentralkomitees auf einer Pressekonferenz eine neue Reiseregelung verkündet hatte, versammelten sich am größten Berliner Grenzübergang spontan Tausende Menschen. Sie alle wollten, dass die Mauer Löcher bekam – und zwar sofort.

Als der Schlagbaum offen war, wich die Skepsis, und es breitete sich eine Volksfeststimmung an der Bornholmer Straße aus.

Horst Schure kam mit seinem Auto aus Berlin-Weißensee nicht weit. Schon an der Kreuzung Prenzlauer Allee, Ecke Ostseestraße war alles dicht. Also reihte er sich zusammen mit seiner Frau Ilse in den Strom der Fußgänger ein, die alle nur ein Ziel hatten: hin zum Grenzübergang Bornholmer Straße. »Ein Mann humpelte auf einem Gipsbein neben uns«, erinnert sich der 68-Jährige. »Der hatte schon ein bisschen was getrunken und meinte: Selbst wenn er auf allen Vieren kriechen müsse, das wolle er sich nicht nehmen lassen.« Es mag 22 oder 22.30 Uhr gewesen sein, und in der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg läuteten die Glocken, um die Kunde zu verbreiten.

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