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Der Glanz ist verblasst

22 Jahre Partnerschaft Hamburg - Dresden

  • Von Thomas Morell, epd
  • Lesedauer: 2 Min.

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Noch kurz vor dem Mauerfall vor 20 Jahren galt die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Dresden als Glanzstück deutsch-deutscher Verständigung. Doch das ist vorbei. Die Reisezuschüsse hat Hamburg inzwischen gestrichen, die Festprogramme sind schmaler und offizielle Begegnungen selten geworden.

Hamburg/Dresden. Im Vergleich zu Schanghai oder Osaka sei Dresden als Partnerstadt nicht mehr so populär, räumt Cordelia Weist aus der Hamburger Senatskanzlei ein. In den 50er und 60er Jahren war es die DDR gewesen, die sich um eine Partnerschaft mit Hamburg bemüht hatte. Sie scheiterte damals an der »Hallstein-Doktrin«, mit der die Bundesregierung eine weltweite Isolierung der DDR anstrebte. Nach der Ost-West-Annäherung durch Bundeskanzler Willy Brandt Anfang der 70er Jahre kehrte sich das Bild um. Zahlreiche Weststädte suchten nach DDR-Partnerschaften, die aber dann von der anderen Seite abgeblockt wurden.

Im November 1985 vereinbarten dann Oskar Lafontaine als saarländischer Ministerpräsident und der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker die erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft zwischen Saarlouis und Eisenhüttenstadt. Im Dezember 1987 wurden die Partnerschaftsverträge zwischen Hamburg und Dresden unterschrieben. Erstmals waren damit zwei Großstädte über die deutsch-deutsche Grenze hinweg offizielle Partnerstädte. Es folgten gemeinsame Konzerte, Friedenssymposien und Umweltprojekte zur Reinhaltung der Elbe. Auch die gemeinsame Erinnerung an die verheerenden Kriegsschäden verband beide Städte.

Der Fall der Mauer im November 1989 bescherte Hamburg dann einen wahren Besucheransturm aus Dresden. Der Senat eröffnete im Sommer 1990 in Dresden ein eigenes Büro und benannte einen »Dresden-Beauftragten«. Als 2002 das Elbe-Hochwasser Dresden überschwemmte, halfen Hamburger Institutionen mit hohem Engagement bei Rettungsmaßnahmen und dem Wiederaufbau.

Inzwischen bestimmt Normalität die Partnerschaft. Das Hamburger Büro in Dresden wurde bereits 1995 wieder geschlossen. Die Zuschüsse für Begegnungen hat Hamburg gestrichen, den Haushaltsposten »Dresden« minimalisiert. Doch von einer Abkühlung der Freundschaft will die Hamburgerin Cordelia Weist nichts wissen: »Es ist mehr los, als man hört.« Es seien vor allem Vereine und Verbände, die den Kontakt halten.

So stellten 2009 zahlreiche Dresdner Künstler in Hamburg aus, die Fahrradstaffeln der Polizei trafen sich ebenso wie die Seniorengruppen. Die meisten Aktivitäten gehen allerdings von Dresden aus, sagen übereinstimmend Weist und ihre Dresdner Amtskollegin Karin Mitzscherlich. Dort gibt es auch noch städtische Zuschüsse für Begegnungsfahrten.

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