Ein Heureka! für die SPD

Dresdner Parteitag verschaffte sich Selbstgewissheit und der Führung Luft

  • Von Uwe Kalbe
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

»Mit uns zieht die neue Zeit« – der Gesang des alten Arbeiterliedes besiegelte am Sonntag die Verabredung der Sozialdemokraten zu einem Leben nach dem Wahldesaster 2009. Kein Zeichen folkloristischen Verhältnisses zur eigenen Vergangenheit sei dies, so Parteichef Sigmar Gabriel. Sondern Zeichen des Aufbruchs.

Sigmar Gabriel hat schnell in seine neue Rolle als Parteichef gefunden. ND-

Der Enthusiasmus war den meisten Delegierten beim Singen trotz einiger Textschwächen anzusehen: Die Hoffnung lebt, die SPD lebt. Es könnte, es wird einen Neuanfang geben, einen Aufbruch, eine neue Zeit für die Partei. Enthusiasmus – weit mehr, als am Freitag, am Beginn des Parteitags in Dresden, zu erwarten war.

Außer Sigmar Gabriel ist dies vor allem einem zu verdanken: Gabriel hatte am Freitag den Stimmungsumschwung herbeigeführt, Erhard Eppler verlieh der Zuversicht der Genossen den endgültigen Halt. Die »Arbeitsgemeinschaft 80 plus« im Rücken, hauchte Eppler den Delegierten ein Leben nach dem Parteitag ein, eine Mission. Nicht allein die 146-jährige Tradition der Partei, sondern die ganze mehrtausendjährige Tradition der europäischen Kultur begründet diese. »Einer trage des anderen Last«, zitierte der alte weise Mann der SPD des Apostel Paulus' Aufforderung an die Galater. Selbst das christliche Menschenbild, von der CDU zerre...

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