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Deutscher gehts kaum

Bremer Studie über die Rhetorik eines DVUlers in der Bürgerschaft

  • Von Volker Stahl, Bremen
  • Lesedauer: 2 Min.
Drohungen, Diffamierungen, Pöbeleien und Beleidigungen - wann immer der Bremerhavener DVU-Abgeordnete Siegfried Tittmann ans Rednerpult tritt, sind rhetorische Querschläger zu erwarten. Tittmann trage eine »deutlich ausländerfeindliche, rassistische, antisemitische, extrem nationalistische und völkische Haltung« zur Schau. Zu dieser Einschätzung kommt eine von den Grünen in Auftrag gegebene Untersuchung von 92 Debattenbeiträgen Tittmanns in der ersten Hälfte der laufenden 15. Wahlperiode.
Seine Themen: Deutsches Volk, Nationalstolz, Abwehr von ausländischen Ansprüchen gegenüber Deutschland. In seinen Reden betont der selbst ernannte Volkstribun stets den Unterschied »deutsch« und »nicht-deutsch«. Dabei setzt er »nicht-deutsch« häufig mit »kriminell« gleich. Auch wenn sich der DVUler auch auf unverfänglichere Themen zu verlegen beginnt, bleibt laut Studie der Unterton erhalten. Denn wenn Tittmann von »Interessen der Bürger« spricht, meint er stets nur die »deutschen Bürger«.
»Deutsche Altersgenossen, deutsche Bauern, deutsche Presseorgane, deutsche Steuerzahler, deutsche Straßen, deutsche Selbstständige, deutsche Erwachsene ...« Im Eifer entstehen die unsinnigsten Wortkombinationen, etwa das »deutsche Deutschland«. Besonders infam sind Tittmanns Vergleiche des Schwangerschaftsabbruchs mit dem Holocaust: »Endlösung im Mutterleib«.
In den 92 Reden benutzte Tittmann insgesamt gut 270 Mal Wendungen wie »Kriminelle Asylschmarotzer, Scheinasylanten, ausländische Schwarzarbeiter, ausländisches Banditentum, Einwanderungsflut, Multikulti-Scheinwelt, ach so friedliche ausländische Erzengelchen...«
Und das nahezu unabhängig vom Thema. Als die Bürgerschaft etwa nach einer Gasexplosion auf seinen Antrag über einen »Hilfsfonds für Katastrophenopfer« diskutierte, missbrauchte Tittmann selbst diese Gelegenheit, um über angebliche Steuerverschwendungen zu Gunsten von »Asylanten« zu hetzen: Kriegen nicht die das hier fehlende Geld?

Die Studie von Thomas Kollande ist bei den Bremer Grünen unter der Telefonnummer 0421 / 30110 kostenlos zu haben

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