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Stärkung der Frauen als Klimaschutz

Weltbevölkerungsbericht der UNO fordert, nachhaltigen Lebensstil durchzusetzen

  • Von Benjamin Beutler
  • Lesedauer: 2 Min.
Klimawandel ist keine abstrakte Frage von CO2-Konzentrationen. Der Weltbevölkerungsbericht 2009 des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) beleuchtet vernachlässigte Zusammenhänge zwischen Klima, Bevölkerungswachstum, Armut und Geschlechterverhältnissen.

Dass globale Erwärmung als Folge »eines nicht nachhaltigen Ansatzes von Entwicklung und Wirtschaftswachstum« nur dann gebremst werden kann, wenn sich der Stil, »wie wir leben, produzieren und konsumieren« ändert, machte UNFPA-Direktorin Thoraya Ahmed Obaid vergangene Woche bei der Vorstellung des Papiers »Eine Welt im Wandel: Frauen, Bevölkerung und Klima« deutlich. Diesen Wandel des Lebensstil erwartet man nun von den Frauen in den Entwicklungsländern. Diese müssten in den Mittelpunkt von Lösungsansätzen rücken, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden, appellierte Obaid für ein »neues Paradigma«. Staatliche Umweltprogramme sollten die »Stärkung der Menschenrechte und Geschlechtergleichheit« als Leitbild haben, wie schon 1994 von der UNO beschlossen.

Ein Blick nach Lateinamerika zeigt, wie unmittelbar sich der Anstieg der Temperaturen auf den Alltag der Menschen auswirkt. In den letzten Jahren stieg hier die Zahl von Betroffenen durch Naturkatastrophen von 170 auf 250 Millionen. Flor Morales vom indigenen Volk der Bribri aus Costa Rica erläutert:. »Wir haben Saatregeln, die sich an Regen- und Trockenperioden orientieren. Heute aber regnet es mal zu früh, mal zu stark.«

Weil es die Frauen in den Entwicklungsländern sind, die den höchsten Preis für Naturdesaster zahlen, sind sie »als Agenten des Wandels« jetzt in den Fokus der Klimaschutzpolitik gerückt. »Armut, weniger Macht über ihr eigenes Leben, weniger Anerkennung ihrer wirtschaftlichen Produktivität und die unverhältnismäßige Last durch Geburt und Kindeserziehung« setzen sie zusätzlich unter Druck, so der UNPFA-Bericht. Frauen sind laut einem UN-Bericht von 2008 die »nachhaltigeren Konsumenten«. Ihre Rolle als Haushaltsvorstand lasse die rund 3,3 Milliarden Frauen mehr auf gesunde und umweltfreundliche Produkte sowie Energiesparen achten. Zudem könne »eine Reduzierung der Geburtenrate« dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Statt arme Frauen als »überforderte Opfer« zu behandeln will man diese am meisten von Dürre, Hurrikans und Überschwemmungen betroffene Bevölkerungsgruppe stärken. Wichtigste Erkenntnis des UNFPA-Berichts: Der »Kampf gegen Klimawandel hängt nicht nur von Wissenschaft und Technologie ab, sondern von Personen, die unter ihm leiden«, unterstreicht Rogelio Fernández, UN-Experte aus Mexiko. Öffentliche Gelder für Frauen in Gesundheit und Bildung können neben der wirtschaftlichen Entwicklung eben auch das Klima stärken.

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