Die Armen bleiben zu Hause

Bremer Forscher untersuchten die Wahlverdrossenheit im Stadtstaat

  • Von Fabian Lambeck
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Der »Bericht zur sozialen Lage« der Arbeitnehmerkammer Bremen widmete sich in diesem Jahr dem Schwerpunkt Wahlverdrossenheit. Demnach liegt die Wahlbeteiligung in bürgerlichen Bremer Vierteln um 35 Prozent höher als in den Sozialsiedlungen am Stadtrand.

Eigentliche Gewinner der letzten Bundestagswahl waren mit beinahe 30 Prozent die Nichtwähler. Die Arbeitnehmerkammer Bremen wollte nun wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen Wahlbeteiligung und sozialem Status gibt. Wenn ja, ließe sich das in Deutschlands kleinstem Bundesland besonders einfach nachweisen. Der Stadtstaat mit seinen knapp 547 000 Einwohnern eignet sich nicht nur aufgrund seiner Größe. Auch die sozialen Verwerfungen treten an der Weser besonders deutlich zutage. So weist Bremen im westdeutschen Vergleich sowohl die geringste Wahlbeteiligung (71,4 Prozent) als auch die höchste Armutsquote auf. Jeder zehnte Bremer zwischen 15 und 65 Jahren gilt als arm. Deshalb legte man bei der Erstellung des diesjährigen »Berichts zur sozialen Lage«, dem ehemaligen Armutsbericht, ein besonderes Augenmerk auf die Wahlverdrossenheit der Hansestädte...


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