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Haushaltshilfe und Elterntrainer

Michael Brohmann ist Sachsen-Anhalts erster männlicher Familienpate

  • Von Sabrina Gorges, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Kinderschutzbund von Sachsen-Anhalt setzt auf speziell ausgebildete Familienbetreuer. Diese Paten sollen Familien vor allem bei alltäglichen Aufgaben unterstützen und deren Tagesablauf organisieren.

Magdeburg. Michael Brohmann liebt die Kommunikation, den Umgang mit Menschen und neue Herausforderungen. Seit Jahren engagiert sich der 45-Jährige im sozialen Bereich, arbeitet als Ein-Euro-Jobber beim Kinderschutzbund, betreibt ehrenamtlich das dortige Elterncafé und ist Kursleiter des Projekts »Starke Eltern, starke Kinder«. »Ich habe keine Lust, zu Hause zu bleiben«, sagt er. »Ich muss was machen.« Eine neue Aufgabe hat Brohmann schon: Seit Anfang November ist er der einzige männliche Familienpate in Sachsen-Anhalt.

Der gebürtige Stendaler absolvierte als einer von 14 Paten den Ausbildungskurs eines entsprechenden Landesprojektes. Zweifel, sich als einziger Mann unter 13 Frauen ausbilden zu lassen, kamen ihm nie, wie er sagt. »Ich hatte kein Problem damit, der Hahn im Korb zu sein.« Die Idee der Familienpaten ist nicht neu. Doch in diesem Jahr fördert das Sozialministerium das Projekt mit 20 000 Euro. Das Geld fließt in die Ausbildung. Die Paten sollen Familien vor allem bei alltäglichen Aufgaben unterstützen und deren Tagesablauf organisieren. Es geht außerdem um eine bessere Bildungs- und Chancengleichheit für Kinder.

Brohmann meint, er wolle vor allem älteren Menschen helfen, zum Beispiel beim Einkaufen. Vermittelt wird der zweifache Vater von seinem Träger, dem Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes. »Der Bedarf ist riesig«, sagt der 45-Jährige.

Angst vor Überforderung hat er nicht. »Ich sage Nein, wenn ich es mir nicht zutraue. Dafür gibt es fachlich ausgebildete Sozialarbeiter.« Mit denen will Brohmann auf keinen Fall konkurrieren. »Ich nehme niemandem die Arbeit weg. Dafür sind die Aufgabengebiete viel zu unterschiedlich.«

»Ich bin vom Computer in das Leben gekommen«, sagt Brohmann. »Um mich herum passieren interessante Dinge, und ich bin da, wenn man mich braucht.« Seit der Wende eignete sich der Eisenbahnfan immer wieder neues Wissen an: Wie am Fließband absolvierte er Umschulungen, Weiterbildungen, Praktika und Nebenjobs. »Ich war immer motiviert.« Nicht einmal eine Krebserkrankung, die ihn für mehrere Monate zur Ruhe zwang, habe daran etwas ändern können. Michael Brohmann will weitermachen. In Kürze geht es wieder zurück an den Computer, denn er will sich für ein Elterntraining für mehr Medienkompetenz beim Kinderschutzbund engagieren. Er will Eltern zeigen, wie sie sich im Netz bewegen und wie sie ihren Rechner kindersicher machen können. »Ich will keinem was erzählen«, sagt Brohmann. »Ich will den Leuten helfen.«

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