Die Zocker sind wieder da

  • Von Rudolf Hickel
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
»Die Lehren aus dem gesellschaftsbedrohlichen Kollaps der Finanzmärkte sind nicht gezogen worden.«

Angesichts des Absturzes der Finanzmärkte nach der Lehman-Pleite vor einem Jahr waren die Schwüre groß, durch Regulierungen virtuelle Spekulationsgeschäfte zu begrenzen, ja zu verbieten. Maßnahmen zur Zurückdrängung entfesselter Finanzmärkte sollten die Dominanz der Wertschöpfung in der Produktionswirtschaft stärken. Von der Wiederbelegung »dienender Banken« war viel die Rede. Beleg für diese weltweiten Aktivitäten sind die G20-Gipfel, zuletzt im September in Pittsburgh. Das Schlussprotokoll liest sich einerseits wie ein harter Strafkatalog für die aus dem Ruder gelaufenen Finanzmarktakteure und anderseits wie eine Magna Charta zur Regulierung, die künftig dem Zockerkapitalismus keine Chance mehr geben soll.

Auch die alte und neue Bundesregierung haben sich verbalradikal in diesen Neustart eingegliedert. Jeder Finanzplatz, alle Produkte und alle Akteure sollen reguliert und kontrolliert werden. Gefordert wird auch die Begrenzung der kr...


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