Reinhard Schwarz, Hamburg 27.11.2009 / Politik

Gigantismus in St. Pauli

Ein Hamburger Quartier wehrt sich gegen Pläne, die kleinteilige Altstruktur für Großbauten zu opfern

St. Pauli, Hamburgs einstiger Arme-Leute-Stadtteil, wandelt sich zum Viertel für Besserverdienende. Jetzt wehren sich Anwohner eines Quartiers gegen Abriss und Luxussanierung.

»In was für einer Stadt wollen wir wohnen?« Diese Frage stellen sich derzeit Bewohner des sogenannten Bernhard-Nocht-Quartiers in St. Pauli. Diese Frage müssen sie sich auch stellen, denn ihr Quartier ist bedroht. Ein Investor, die Von Köhler & von Bargen OHG, plant den teilweisen Abriss historischer Häuser und Neubauten.

Diese Pläne, die zunächst hinter verschlossenen Türen verhandelt wurden, sind im Sommer durch eine Indiskretion bekannt geworden. Seitdem protestieren Anwohner gegen die Abriss- und Neubaupläne. Sie befürchten für sich drastische Mietererhöhungen sowie den Bau von Eigentumswohnungen, die sich nur noch Begüterte leisten können. Zudem würde das Viertel, dessen Ursprünge bis in die nach-napoleonische Zeit zurückreichen, in seinem ursprünglichen Charme zerstört werden.

Jetzt haben sich Anwohner und Nachbarn selbst Gedanken über ihr Viertel gemacht und dieses Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt. »Wohnen und Arbeiten w...

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