Mediale Schamgrenzen

  • Von Harald Kretzschmar
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Bereuen und verzeihen, sich schämen oder entschuldigen können allenfalls Menschen. Aber Medien? Ist ein Wort wie Versöhnung überhaupt medienkompatibel? So wie jüngst mit einem Gast-Essay unter dem Titel »Versöhnung ernst nehmen« im Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« medial umgegangen wurde – nein!

Der in der letzten Landtagswahl vergleichsweise erfolgreiche brandenburgische SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck verteidigte mit ganz plausiblen Argumenten seine Politik der Regierungsbildung mit der Linkspartei gegen eine fortwährende Ausgrenzung derselben. Unversöhnlich das Echo. Jäh aufflammender Hass bei den Wahlverlierern, die von bestimmten Medien laufend mit delikaten Details versorgt wurden. Seit Andrea Ypsilanti angeblich das Wählervotum in Hessen verraten hatte, ist der Medienzorn nicht so hochgekocht worden. Dieser schrak bekanntlich selbst vor billigster Stimmungsmache nicht zurück. Am Ende war eher die Glaubwürdigkeit ih...


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