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Ich Jane! – Du Tarzan!

Abenteuertouren zu Wasser, auf Kufen und in der Luft durch Jamaika

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Auch James Bond »bezwang« schon den Dunns River Wasserfall.
Auch James Bond »bezwang« schon den Dunns River Wasserfall.

»Cool bleiben!«, befehle ich meinem zitternden inneren Schweinehund. »Schließlich hast du es nicht anders gewollt.« Jetzt, direkt am Abgrund, gibt es nur zwei Möglichkeiten – einen Schritt vorwärts und den Boden unter den Füßen oder einen zurück und das Gesicht verlieren. »Fertig?«, fragt John, der mich ins Seil geklinkt hat. »Fertig!«, bekommt der Schweinehund eine verpasst, und schon geht's mit 60 Sachen ein paar hundert Meter durch die Wipfel der Baumriesen im Regenwald von Rio Ochos im Norden Jamaikas. Erstaunlicherweise steigt der Adrenalinspiegel sofort in glückselige Höhen. Ich fliege, schreie: »Tarzaaaan!«. Irgendwo in einer Baumkrone steht er dann wirklich. Doch statt freudig »Jane« zu rufen, winkt er energisch und brüllt: »Stop, stooop«. Das hatte ich in meiner Euphorie glatt vergessen, greife schnell hinter mich ins Seil und bremse ab. Gerade noch rechtzeitig, um sanft in seinen Armen zu landen.

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»Ziplining« heißt das Vergnügen in schwindelnder Höhe, das für die Karibikinsel gleich hinter ihrer Reggae-Ikone Bob Marley zu einem Markenzeichen geworden ist. Mit Gurt und Karabiner gesichert, saust man auf Rollen, die an einem Drahtseil befestigt sind, in rasanter Fahrt zwischen Baumkronen hindurch, überquert rund 15 Meter über dem Boden Flüsse, Schluchten, Wasserfälle und Brücken. Die längste Zipline ist rund 490 Meter lang.

Selbst die kommt einem – wenn man erst mal die Angst losgelassen hat – viel zu kurz vor. Nach diesem Auftakt sind wir zu allen Abenteuern bereit, und Jamaika hat da so einiges zu bieten.

Im »White River Valley« zum Beispiel, dem nach eigenen Aussagen größten natürlichen Erlebnispark der Karibik. Hier kann man nicht nur Abenteuer mit hohem Adrenalinausstoß erleben, sondern auch solche der besinnlicheren Art – hoch zu Ross durch den Regenwald, zu Fuß durch Orangenhaine und einen botanischen Garten oder per Rad entlang kleiner Dörfer.

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Uns aber steht der Sinn nach anderem, einer Raftingtour auf dem White River, der seinen Namen den Kalkfelsen im Bett verdankt, die das Wasser an manchen Stellen milchig erscheinen lassen. Gestartet wird an einem geschichtsträchtigen Ort, der spanischen Brücke.

Hier gibt's erst einmal einen kleinen Geschichtskurs im Schnelldurchlauf. Diese steinerne Brücke, so erfahren wir, überquert den Fluss schon seit rund 400 Jahren. Erbaut wurde sie von den Spaniern, die sich »die schönste Insel, die mein Auge je sah«, wie Entdecker Christoph Kolumbus 1494 in sein Logbuch schrieb, unter den Nagel reißen wollten. Wie wir heute wissen, wurde daraus nichts. Sie zogen den Kürzeren gegen die Engländer, die ebenfalls ein Auge auf die karibische Perle geworfen hatten. Nach der vernichtenden Schlacht 1658 bei Rio Nuevo verließen die Spanier 1660 die Insel, und sie wurde britische Kronkolonie, bis sie 1962 endlich ihre Unabhängigkeit erreichte.

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Nun wird's aber Zeit fürs River Tubing, eine Mischung aus gemächlichem Dahingleiten, kindlicher Wasserschlacht und Wildwasserrafting. Ausgestattet mit Schwimmwesten und einem Riesenschwimmring führt uns die betulich beginnende Fahrt flussabwärts in Richtung Meer, immer durch den Regenwald. Der Fluss ist kalt, dagegen hilft nur Bewegung – eine wilde Wasserschlacht beginnt, die 20 Erwachsene im Handumdrehen wieder in kleine Kinder verwandelt. Kreischend um uns schlagend, merken wir erst, dass der Fluss nicht überall so zahm ist wie am Anfang, als die ersten plötzlich vom Sog einer Stromschnelle mitgerissen werden. Es ist ein bisschen wie auf einer Achterbahn. Mal in ruhiger, mal in wilder Fahrt geht's 45 Minuten weiter. Trotz aller Toberei legt sich so langsam eine Gänsehaut über den Körper. Doch Petrus hat Mitleid, und schickt aus heiterem Himmel eine tropische Dusche. Sie kommt so plötzlich und so warm daher, dass für einen Moment alle kindlichen Tobegelüste vergessen sind und wir staunend dieses Naturwunder genießen.

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Unser nächstes Ziel ist der Mystic Mountain, ein etwa 250 Meter hoher Berg im Regenwald bei Rios Ochos, von wo aus man einen tollen Blick aufs Meer und die umliegenden Orte hat. Hier öffnete Ende 2008 ein Naturerlebnispark mit einer in der Karibik einmaligen Attraktion – einer Bobbahn. Gebaut von einem deutschen Unternehmen aus dem hessischen Rasdorf, lässt sie jedermann teilhaben am Bobfieber der Jamaikaner. Spätestens seit 1993 der Film »Cool Runnings – Dabei sein ist alles« ins Kino kam, der die (fast) wahre Geschichte der ersten jamaikanischen Bobmannschaft erzählt, die 1988 bei den Olympischen Winterspielen in Calgary an den Start ging, gibt es wohl keinen Jamaikaner, der nicht einmal im Leben selbst einen Bob steuern möchte.

Auch wir lassen uns den Nervenkitzel nicht entgehen und sausen – gut festgeschnallt – über die einen Kilometer lange Strecke durch den Dschungel. Es kribbelt im Bauch, die Schwerkraft drückt einen in den Sitz, manchmal hat man das Gefühl, sie trägt einen gleich aus der Bahn. Bäume und Büsche rechts und links verschwimmen zu einer einzigen grünen Masse. Sicher, man könnte bremsen, aber warum? Es macht einen Heidenspaß, der leider viel zu schnell vorüber ist.

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Unsere Survival-Inseltour indes noch nicht. Am späten Nachmittag begeben wir uns auf die Spuren von James Bond und fahren zum nahe gelegenen Dunns River Wasserfall. 200 Meter tief stürzt er sich in unzähligen Kaskaden ins Meer hinab. Es ist wie in Schillers Taucher: »Und es wallet und siedet und brauset und zischt.« Ein fantastischer Anblick. Doch der allein macht den Reiz nicht aus. Wer will, kann den Wasserfall hinaufklettern. Vorausgesetzt man hat rutschfeste Schuhe an und ein bisschen Traute. Nach Ziplining, Rafting und Bob stellt sich uns die Frage nach Letzterem aber nicht mehr, der Aufstieg wird eher als eine leichte Übung angesehen. Was sich ganz schnell als Irrtum herausstellt, denn die Steine sind stellenweise ziemlich glitschig, die schäumende Gischt macht Wasserlöcher unsichtbar, und irgendwann schwimmt es nur noch vor Augen und verwischt alle Konturen.

Endlich am Ziel fragt man sich schon, wie James Bond da so leichtfüßig hochsprintete und dabei noch ein Rasseweib im Arm hielt. Zu sehen ist die Szene im ersten 007-Film »James Bond jagt Dr. No«. Für Sean Connery und Bond-Girl Ursula Andress brachte der 1962 gedrehte Streifen den Durchbruch, ebenso für Bond-Erfinder Ian Fleming. Der – 1908 in London geboren – kam 1942 als Reporter nach Jamaika und verliebte sich sofort in die Insel. 1946 kaufte er ein Strandgrundstück etwa 15 Minuten von Rio Ochos entfernt, baute ein Haus, das er »Goldeneye« nannte. Hier schrieb er auf einer vergoldeten Schreibmaschine einen 007-Roman nach dem anderen. Heute ist die Villa ein exklusives Hotel, wo echte James-Bond-Fans sogar heiraten können.

  • Infos: Jamaica Tourist Board, c/o fastforward-marketing, Schwarzbachstraße 32, 40822 Mettmann, Tel:(02104) 83 29 74, E-Mail: jamaica@travelmarketing.de, www.visitjamaica.com
  • Abenteuertouren: www.zipline-tours.com; www.wrvja.com, www.rainforestbobsledjamaica.com,
  • Reisen nach Jamaika sind buchbar in allen TUI-Reisebüros und bei vielen anderen Veranstaltern
  • Büchtipp: Marco Polo, Jamaika, ISBN 978-3-8297-0442-7, 9,95 €

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