Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Blair und der Taxifahrer

Es klingt wie das Drehbuch zu einer Groteske: Der berühmte Taxifahrer war's, der die entscheidende Information dafür gegeben haben soll, dass Großbritannien in den Irak-Krieg gezogen ist. Denn er hatte an der irakisch-jordanischen Grenze zufällig mitgehört, dass Bagdad in kürzester Zeit Massenvernichtungswaffen einsetzen könne. Für die Londoner Regierung von ultimativer Beweiskraft. Nun weiß auch der damalige Premierminister, dass dieser Schmarrn heute nicht mehr zu verteidigen ist. Also tat Tony Blair am Wochenende in einem Interview die Kriegslüge mit dem Argument ab, wenn nicht die nicht vorhandenen Atombomben und anderes Teufelszeug, dann habe eben der Teufel selbst in Gestalt von Saddam Hussein den Feldzug gerechtfertigt.

Er wird im Januar Gelegenheit erhalten, dieses Politikverständnis vor einem Untersuchungsausschuss in London noch genauer zu erläutern. Selbst der Hinweis im Geheimdienstdossier, der Taxifahrer liege »nachweislich falsch«, hat ihn nicht davon abgehalten, an der Seite von USA-Präsident Bush in Irak ohne UN-Mandat und ohne Unterstützung der Mehrheit der Briten einzufallen. Was immer man von Saddam Hussein halten mochte, vor den gefährlichen Auswirkungen einer Politik selbstmandatierter »Regimewechsel« wurde Blair hinreichend gewarnt. Der damalige britische Generalstaatsanwalt Peter Goldsmith wies ihn nachdrücklich darauf hin, dass diese Invasion gegen internationales Recht verstoße. Völkerrechtlich sei eine militärische Intervention nur zur Selbstverteidigung erlaubt, Irak aber für Großbritannien zu keiner Zeit eine Bedrohung gewesen. Politiker wie Blair sind es sehr wohl.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln