Plomben in einem maroden Gebiss

Einwände erwünscht: In Morsleben wird über die erste Schließung eines deutschen Atom-Endlagers gestritten

  • Von Hendrik Lasch
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Im sachsen-anhaltischen Morsleben wurde bis 1998 Atommüll in einem brüchigen Salzstock abgelagert. Jetzt soll die unterirdische Deponie verstopft und versiegelt werden. Gegner fürchten, das schlechte Beispiel könnte andernorts Schule machen.

Der Bohrer frisst sich langsam ins Salz. Knapp über dem Boden von Sohle 2 verschwindet der Stahl schräg im Boden. Gut 40 Meter tiefer soll er eine der großen Kammern treffen, aus denen die Bergleute im Schacht Bartensleben früher Steinsalz sprengten. Anschließend werden armstarke Rohre durch die Bohrungen geschoben. Sie werden an ein Leitungsnetz angeschlossen, das sich schon jetzt durch die Gänge und Strecken des Bergwerks zieht – und mit dessen Hilfe es versiegelt wird: Die Kammern und Kavernen, manche davon groß wie Kirchenschiffe, werden mit Salzbeton verfüllt. Viele der Stollen, die sich als kilometerlanges Labyrinth durch den Berg ziehen, werden zudem mit Propfen aus Beton verschlossen. Flatterband aus Plastik, das an den Wänden aus Salz befestigt ist, markiert schon jetzt die Stellen, an denen die Barrieren errichtet werden.

Atommüll-Lager direkt an der Westgrenze

Normalerweise, sagt Heribert Kögler, werden stillgelegte Sa...

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