Hitler liebte Wagner – na und?

Giora Feidman über die Flucht seiner Familie, die Kraft der Musik und das Leben in Israel

Am vergangenen Wochenende spielte der Klarinettist GIORA FEIDMAN erstmals in Chisinau, der Heimatstadt seiner Eltern. Im Vorfeld des Konzerts traf LUTZ DEBUS ihn zum Gespräch.

Giora Feidman, geboren 1936 in Buenos Aires, ist Sohn bessarabischer Juden. Der Klarinettist spielte im Orchester des Teatro Colón und im Israel Philharmonic Orchestra, bevor er in den frühen siebziger Jahren eine Solokarriere als Klezmer-Musiker begann. Auf dieses Genre festlegen lässt Feidman sich aber nicht.
ND: Was erwartet Sie in Moldova?
Feidmann: Wissen Sie, Sie arbeiten ein ganzes Leben lang, um nicht mit Ihren Gefühlen konfrontiert zu werden. Man soll realistisch sein, heißt es. Ich bin nun 73 Jahre alt und werde das erste Mal in die Stadt reisen, in der meine Eltern geboren wurden und aus der die Familien meiner Großeltern stammen. Natürlich, eigentlich ist Chisinau eine ganz normale Stadt. Mein Großvater war dort sehr berühmt. Er spielte Ventilposaune. Und damit spielte er Klezmer. Eines Tages sagte mein Großvater zu meinem Vater, dass er Chisinau verlassen soll. Es wüteten zu jener Zeit Pogrome. Mein Vater ging zum Hafen und kaufte das billigste Ticket nach Südamerika. Können Sie sich vorstellen, was es für einen Vater bedeutet, seinen 21-jährigen Sohn fortzuschicken und ihn wahrscheinlich nie wieder zu sehen? Und tatsächlich sahen sie sich nie wieder. Die Familie meines Vaters wurde von den Nazis ermordet.

Und Ihre Mutter?
Meine ...

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