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Leise kommt die weiße Nacht

Heute ist Winteranfang: Die Dichter und der Wunsch nach dichtem Flockenfall ...

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: 2 Min.

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Es geht um Weltveränderung. Natürlich. Um die natürlichste Veränderung der Welt. Der drängende Wunsch, wann es endlich so weit sei, hat inzwischen seine sattsam gebrauchte, fast geflügelte Formel gefunden. » ... sofort ..., unverzüglich.« Und tatsächlich, es geschah. Nicht Mauerfall, sondern Schneefall. Wenn er mit Schnee kommt, tut der Winter, was nur er kann: die Welt verändern mit einem Schlag, dem sanftest möglichen Schlag. Nun ist auch unter allen Gipfeln plötzlich Ruh. Die Kinder fahren mit dem Leben jetzt Schlitten, Erwachsene sprechen vom Wintereinbruch – Schneien ist so eindeutig und hat doch sofort, wie alles, zwei Seiten.

Wenn sehr viel Schnee fällt, dann ist es, als drücke eine große Fülle auf die Leere der Welt. Die Leere lässt die Fülle nicht ein, so groß dieser Druck auch sein möge, aber die Leere lässt sich ein wenig ablenken von sich selber. Jetzt machen Leute auch außerhalb der Kirchen ein frommes Gesicht. Genauer: ein irgendwie frommes Gesicht. Und wenn es unter den Füßen knirscht, lässt sich wahre Volks-Bildung träumen: Die Kunst des Innehaltens wird Schulfach, morgen schon ...

Aber für solche Träume muss man abseits sein, sehr weit. Dort, wo sich die Gegenden ganz und gar nach dem Bilde Caspar David Friedrichs malen. Wo der Winter nicht gezwungen wird, seine sanfte Umwälzung zurückzunehmen. Kein Zauber ohne Entzauberung. In Städten, wo die Mehrheit lebt, spricht sich das am schnellsten herum: Die Wahrheit des Schnees ist der Matsch. So viel also – zu Beginn des Winters, in lang schon kalter Zeit – zur Weltveränderung.

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