Ironische Weltenretter

Zehn türkische und kurdische Künstler in der Galerie Tanas

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
S. Özmen »Kreuzung«

Manche Dinge sind nicht einfach. Die Welt zu retten zum Beispiel. Erst recht, wenn man nur 90 Tage Zeit hat. Die zehn türkischen Künstler, deren Werke insgesamt 90 Tage in der Galerie Tanas in der Gruppenausstellung »Nicht einfach, die Welt in 90 Tagen zu retten« präsentiert werden, beschränken sich daher auf subtile ironische Interventionen.

»Ich kann nicht die ganze Welt ändern oder sie einer kompletten Analyse unterziehen. Aber ich kann auf meine Art eingreifen«, sagt Cengiz Tekin. Der im kurdischen Diyarbakir lebende Künstler unternimmt dies auf eindrucksvolle Art und Weise. Seine fotografischen Inszenierungen geraten zu Allegorien der Wirklichkeit. In »Normalisierung« etwa platziert er eine traditionelle Familie in einem mit Teppichen ausstaffierten Raum, dessen rechte Hälfte von einem ein mächtiges Loch ausschachtenden Mann besetzt wird. Es stellt sich die Frage, ob der Bauarbeiter in diesen privaten Raum eingedrungen ist oder di...


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