Mythos ohne Manifest

60/40/20 – Kunst in Leipzig von 1945 bis heute

  • Von Martina Jammers
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.
Harry Blume: Gruppenporträt Leipziger Künstler I, 1961

Leipzig mit seiner bis heute quicklebendigen Malertradition von Tischbein über Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer und Bernhard Heisig bis zur »New Leipzig School« um Neo Rauch macht mit einer gewaltigen Retrospektive im Museum der bildenden Künste auf das Faktum aufmerksam, dass von hier aus stolze 80 Prozent der bis 1989 gezeigten Kunstwerke aus der DDR kamen. In der Ausstellung, die mit ihrem Titel »60/40/20« an Mannequin-Maße gemahnt, wird die Leipziger Kunstproduktion vom Beginn der deutschen Teilung bis in die Gegenwart in den Blick genommen. Die drei ominösen Zahlen korrespondieren mit Zäsuren im historischen Ablauf: Neben den Gründungsdaten der beiden deutschen Staaten und dem Mauerfall sind sie Platzhalter für die 40-jährige streithaft-parallele Teilungsgeschichte.

Begleitet wird die opulente Schau von einem nicht minder gewichtigen Katalog, der das Phänomen der diversen »Leipziger Schulen« ebenso profund diskutiert wie den »Blic...


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