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Helfer-Ausbildungen für Behinderte gefordert

Dresden: Kongress zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention in Sachsen

Chemnitz/Dresden (epd/ND). Mehr Berufsabschlüsse für Hilfstätigkeiten hat der sächsische Landesverband der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gefordert. Dies wäre insbesondere für Behinderte ein Weg, um leichter eine Arbeit zu finden und selbstständiger zu leben, sagte Geschäftsführerin Silke Hoekstra in Chemnitz.

Dazu könnten beispielsweise bislang hoch qualifizierte Berufsabschlüsse untergliedert werden in einzelne Abschlüsse. »Dann hätte man häufig viele Helferberufe.« Auch Vertreter der Industrie- und Handelskammern sowie des Handwerks teilten diese Forderung, betonte Hoekstra. Es gehe dabei nicht nur um Behinderte, sondern auch um die wachsende Zahl von Menschen mit Lernschwäche.

Der Landesverband der Lebenshilfe ist Veranstalter eines Kongresses unter dem Titel »Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Rechte und Pflichten«. Rund 200 Teilnehmer wollen heute in Dresden darüber diskutieren, wie die UN-Behindertenkonvention im Freistaat umgesetzt werden kann. Das internationale Abkommen, das Behinderten ein selbstbestimmtes Leben zusichert, ist seit März 2009 geltendes Recht in Deutschland.

Hoekstra verwies darauf, dass Behinderte im Freistaat häufig noch weit von einem eigenständigen Leben entfernt seien. Zwar sei einiges »geschafft« worden, unter anderem bei der Vielfalt der Wohnformen für Behinderte. Dennoch plädiere sie dafür, dass bei jeder Baumaßnahme die Barrierefreiheit vorbereitet oder in die Tat umgesetzt werde. Haussanierungen nur dann staatlich gefördert werden, wenn von fünf Wohnungen mindestens eine barrierefrei und damit für Behinderte geeignet sei.

Die Geschäftsführerin der Lebenshilfe forderte auch Verbesserungen im öffentlichen Raum. Unter anderem sprach sie sich für mehr abgesenkte Bordsteine, ausgebaute Fußwege, verständlichere Beschilderungen und Texte in einfacher Sprache aus.

Nach dem Kongress in Dresden werden sich nach Angaben der Lebenshilfe in allen sächsischen Kreisen und kreisfreien Städten Arbeitsgruppen bilden. Sie wollen sich weiter mit der UN-Konvention beschäftigen und bestehende Gesetze und Regeln prüfen. Ende 2011 will der Verband Empfehlungen für den Freistaat vorlegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lebten Ende 2007 über 296 000 Schwerbehinderte in Sachsen.

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