Kubas Planer setzen den Rotstift an

2010: Mehr sparen und mehr produzieren

  • Von Leo Burghardt, Havanna
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Kubaner haben das neue Jahr ungewohnt ruhig begonnen, fast melancholisch und beschaulich trotz des gegrillten Schweinefleischs überall und der Trommeln zur Nacht, denn es ist ihnen von ihrem Präsidenten Raúl Castro prophezeit worden, dass dieses 2010 wieder kein Zuckerlecken sein wird.

Kubas Generallinie für 2010 ruht auf zwei Pfeilern: Sparen um jeden Preis und Produzieren was geht. Das Ziel ist, in absehbarer Zeit – 2011 oder 2012? – alles von der Importliste zu streichen, was im Land angebaut und produziert werden kann. Auch jetzt schon haben die neuen Planer den Rotstift nach dem Gesichtspunkt angesetzt, dass alles, was nicht überlebensnotwendig ist, zunächst weichen muss.

Über den Liquiditätsmangel der kubanischen Regierung wird allenthalben spekuliert. Dass der Staat knapp bei Kasse ist, liegt auf der Hand, doch ist da nicht auch ein wenig Taktik im Spiel? Kuba hat immerhin in den vergangenen drei Monaten sechs Milliarden Dollar an Krediten von Venezuela, China und Russland zugesprochen bekommen. Damit sollen tragende Säulen der heimischen Wirtschaft gestärkt werden: Erdöl, Nickel, das heute 80 Prozent weniger wert ist als vor zwei Jahren, Landwirtschaft und Tourismus.

Die »Granma« veröffentlichte unl...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.