Triumph der Schwatzhaftigkeit

  • Von Harald Kretzschmar
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Der Autor ist Zeichner, Buchautor, Publizist und ND-Karikaturist

Unsere deutsche Muttersprache hat es schon schwer. Lauter ungeratene Kinder zerren und ziehen an ihr, bis wir sie kaum noch wiedererkennen. Konrad Duden in seinem Grab kommt sowieso seit der letzten Rechtschreibreform nicht mehr zur Ruhe. Von dieser sei hier mal nicht die Rede. Es geht um den Krisenfall gesprochenes Wort. Man schreibt sich ja kaum noch Briefe. Nach der so gepflegten literarisch pointierten Korrespondenz errang bald das vertraulich wärmende Telefongespräch über Festnetz die Übermacht. Inzwischen redet man auf dem elektronischen Weg über das Handy. Eine Zwecksprache verkommt zu seltsamem Kauderwelsch.

Ja, und wenn das dann medial vermarktet oder kommuniziert wird, wird es zum deutschen Sprachgeräusch auf allen Kanälen. Das heißt, es wird sorgfältig geteilt. Was zu politischen oder wirtschaftlichen Fragen zu sagen ist, wird in trockener Sprechprosa auf öffentlich-rechtlich reservierte Sende-Plätze gebracht. Die Privatsend...


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