Werbung

Neue Pole in der Aktienwelt

Konzerne aus Nordamerika, Europa und Japan verlieren an Gewicht

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Von den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt kommen nur noch vier aus Deutschland. Firmen aus Brasilien, Spanien und der Schweiz haben an der Börse mittlerweile mehr Gewicht.

Die Weltwirtschaft wandelt sich rasant. Jahrzehntelang dominierte die Triade USA, Japan und Westeuropa die Entwicklungen im Kapitalismus unangefochten. Damit könnte es bald vorbei sein. Frühere Entwicklungsländer wie Brasilien und China überholen die Platzhirsche auch an den Börsen.

Während Europa und auch der noch unangefochtene Spitzenreiter USA 2009 an Gewicht verloren haben, steigerten vor allem asiatische Unternehmen ihre Bedeutung an den Weltbörsen. So nahm die Zahl der chinesischen Unternehmen im Top-100-Ranking von acht auf elf zu, stellt der Beratungsmulti Ernst & Young fest, dessen Analysten die »Marktkapitalisierung« der am höchsten bewerteten Aktiengesellschaften weltweit untersucht haben. Auf Platz eins liegt bereits ein Gigant aus dem Reich der Mitte: Petrochina verdrängte mit einem Börsenwert von 353 Milliarden Dollar den US-Branchenkollegen ExxonMobil von der Spitze.

Nordamerika ist nur noch mit 39 Unternehmen unter den 100 teuersten Firmen der Welt vertreten (2008: 43). Europas Anteil sank von 38 auf 34. Zum Jahresende 2009 waren vier deutsche Konzerne vertreten (Siemens, E.on, Bayer und Telekom) – ein Jahr zuvor acht. Damit fällt Deutschland vom zweiten auf den sechsten Platz zurück – hinter China, Großbritannien, Frankreich und Japan und gleichauf mit Holland.

Auch die Strategien des Kapitals haben sich deutlich verändert, analysiert Hendrik Hollweg, Geschäftsführer bei Ernst & Young. Schock und Depression der Krise seien vorüber. »Die Investoren blicken wieder nach vorn und suchen nach neuen Chancen und Wachstumsmärkten.« Selbst Nachrichten wie die Dubai-Krise nähmen die Akteure wieder gelassen hin.

Vor allem die BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) spielen eine immer größere Rolle: Im Ranking konnten sich 18 Konzerne – gegenüber elf im Vorjahr – platzieren. Hollweg: »Die Investoren sind sich offenbar einig, dass das nächste Jahrzehnt den Schwellenländern gehören wird.« Während die Industriestaaten noch lange unter den Krisenfolgen leiden werden. »Die Weltwirtschaft entwickelt sich zu einem multipolaren System mit mehreren bedeutenden Wachstumsregionen.« Die Krise habe diesen Trend noch verstärkt.

Wolfgang Straubhaar vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut sieht Deutschland und Europa »vor weitreichende Herausforderungen gestellt«. Der Ökonom glaubt aber nicht an eine multipolare Welt in der Zukunft, sondern an ein »bipolares Gravitationszentrum« aus China und den USA.

Während die beiden Volkswirte Ungleichgewichte als Triebfedern für künftiges Wachstum sehen, bezweifelt dies Klaus Busch. Ökonomische und soziale Ungleichgewichte behinderten »ein ausgewogenes und krisenfestes Wachstum«. Der Europaexperte fordert in einer Studie für die Friedrich-Ebert-Stiftung grundlegende Reformen auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene.

Eine nachhaltige Schwäche des Standortes Deutschland fürchtet Analyst Hollweg nicht. Derzeit spreche vieles für eine relativ schnelle Erholung der Weltkonjunktur – davon würden mittel- und langfristig auch und gerade die exportorientierten Unternehmen aus Deutschland profitieren.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen