Wer schafft es in die zweite Runde?

Gut fünf Jahre nach der »Orangenrevolution« ist die Ukraine wieder zur Präsidentenwahl aufgerufen / Viktor Janukowitsch und Julia Timoschenko gelten als Favoriten bei Abstimmung

  • Von Manfred Schünemann
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Am Sonntag sind etwa 36,5 Millionen Wahlberechtigte in der Ukraine aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Um das Amt bewerben sich 18 Kandidaten, darunter Amtsinhaber Viktor Juschtschenko, Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und Oppositionsführer Viktor Janukowitsch, die in den vergangenen gut fünf Jahren abwechselnd miteinander verbündet und verfeindet waren.

Nach allen Prognosen wird keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Stimmenmehrheit erreichen. Vorausgesagt wird eine Stichwahl, zu der am 7. Februar Julia Timoschenko und Viktor Janukowitsch antreten dürften. Entscheidend wird dabei sein, wem es besser gelingt, das Wählerpotenzial der im ersten Wahlgang unterlegenen Bewerber für sich zu mobilisieren. Eine Wiederholung der Auseinandersetzungen wie bei der Wahl vor fünf Jahren ist so gut wie ausgeschlossen. Weder ist die Bevölkerung dazu bereit noch würden solche Aktionen diesmal finanziell und organisatorisch aus dem Ausland unterstützt.

Gespieltes Desinteresse in Ost und West

Sowohl Russland als auch der Westen halten sich weitgehend zurück und demonstrieren geradezu Desinteresse. Offensichtlich überwiegt der Wunsch nach einem möglichst reibungslosen Amtswechsel, um danach ohne Zeitverzug über anstehenden Entscheidungen (Wirtschaftsverträge mit Russland; Assoziierungsabkom...


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