Redeverbot für Betriebsräte

Im Verfahren des Günther Albrecht geht es um dessen Existenz – und um Grundsatzfragen

  • Von Barbara Martin, Stuttgart
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Betriebsratsmitglied Günther Albrecht wurde gekündigt, weil er gegenüber Journalisten über Probleme in der Firma gesprochen hatte. Wäre die Kündigung rechtens, hätte die Öffentlichkeit kaum noch Chancen, betriebliche und wirtschaftliche Wahrheiten aus Arbeitnehmersicht zu erfahren.

Der Mann hat offenbar Nerven aus Stahl. Günther Albrecht (47), Entwicklungsingenieur, überzeugter Gewerkschafter und Betriebsratsmitglied wurde von seinem Arbeitgeber, der Dietz-Motoren GmbH, fristlos gekündigt, weil er vor laufender Fernsehkamera über Schwierigkeiten im Unternehmen gesprochen hatte.

Nun klagt Albrecht nicht nur auf Wiedereinstellung, er kündigte auch an, bei den anstehenden Betriebsratswahlen wieder zu kandidieren. »Ich habe Lust auf die politische Auseinandersetzung«, sagte Albrecht im Anschluss an den ersten Arbeitsgerichtstermin diese Woche in Stuttgart. Es war das erste Mal seit zweieinhalb Monaten, dass Albrecht und Bernd Strauß, Geschäftsführer der Dietz-Motoren GmbH im württembergischen Dettingen, sich wieder sahen.

Bestes Wahlergebnis

Im von IG-Metallern überfüllten Raum 105 des Arbeitsgerichtes saßen sich die beiden Kontrahenten gegenüber, geladen zum Gütetermin. Doch gütlich einigen können sich die Parteien ...

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