Januskopf Zweigliedrigkeit

Schulreformen in Hamburg, Bremen und Berlin im Vergleich

  • Von Lena Tietgen
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Vergangene Woche beschloss das Land Berlin, ab dem Schuljahr 2010/2011 die Haupt-, Real- und Gesamtschulen zur Sekundarschule zusammenzufassen. So werden zukünftig die Kinder nach der 6. Klasse ausdifferenziert in Gymnasial-, Sekundar- und Förderschüler. Ähnliches ist in Hamburg und Bremen geplant. Bei der Umsetzung der Reform unterscheiden sich die drei Stadtstaaten jedoch.

Für den Germanisten Valentin Merkelbach hat die Zweigliedrigkeit einen entscheidenden Nachteil: »Die aufwendigen Regelungen sollen für eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe eine Schule erhalten, in der Kinder in sozial und kulturell homogeneren Klassen lernen, als das in einer für alle offenen Schule der Fall ist«, schrieb der emeritierte Professor. Die Kritik des Wissenschaftlers macht sich an der Beibehaltung des Gymnasiums mit all seinen Selektionsprivilegien fest. Die Abschulungsmöglichkeiten und der hohe Selektionsdruck beim Schulwechsel seien die Schwachstellen dieses Systems. Trotz dieses Systemfehlers sieht Merkelbach Elemente einer gerechteren Bildung, die vor allem in de...

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