Demagogisch-fanatischer Bösewicht

Deutsche Oper Berlin: Richard Wagners »Rienzi« als Hitler-Oper

  • Von Ekkehart Krippendorff
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Nächste Vorstellungen am 30. Januar., am 7. und 10. Februar.

Angekündigt wird von der Deutschen Oper Berlin »Rienzi, der letzte der Tribunen. Große tragische Oper in fünf Akten von Richard Wagner«. Tatsächlich gegeben wird eine Oper über den Führer – unseren »Führer« – die das gleichnamige fast fünfstündige Wagner-Frühwerk aus dem Jahre 1842 zu einer lautstarken Chor-Kantate von 140 Minuten über Aufstieg und Fall Hitlers und des deutschen Volkes zwischen 1933 und 1945 eindampft. Und wenn man nicht zu genau hinsieht, brauchte der Regisseur Philipp Stölzl die Oper und ihr historisches Sujet, die kurzlebige Diktatur des römischen Tribunen Cola di Rienzo (1313–1354) zu ihrer Aktualisierung nicht einmal allzu sehr zu vergewaltigen.

Es ist bekannt und belegt, dass der 17-jährige Wagner-Enthusiast Adolf Hitler von dieser Oper so ergriffen war, dass ihm deren Held zum Rollen-Vorbild seiner politischen Karriere wurde. Joachim Köhler hat vor zehn Jahren in »Wagners Hitler« spannende Beleg...


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