Auf Platz 434 der Bürokratenliste

Trotz Armut fühlen sich die Bewohner der Hellen Mitte wohl / AlG-II-Empfänger werden dorthin verdrängt

  • Von Marina Mai
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Berlins ärmstes Quartier? Bewohner der Hellen Mitte weisen dieses Stigma vehement zurück.

Als Verlierer fühlt sich kaum ein Bewohner der Hellen Mitte. »Ich lebe gern hier«, sagt Laura H. »Die U-Bahn ist vor der Tür und fährt zuverlässig. Die Wohnungen sind modern.« Die 17-jährige Schulabbrecherin ist schwanger und geht gerade mit ihren Eltern gemeinsam einkaufen. Dass ihr Wohnquartier im aktuellen Monitoring Soziale Stadtentwicklung auf dem 434. und damit letzten Platz aller gemessenen Berliner Wohnquartiere liegt, kann sie nicht nachvollziehen. »Ach wer weiß, was die Bürokraten da wieder für eine Studie gemacht haben.«

Wie ein Armutsquartier sieht das Mitte der 90er Jahre als Stadtteilzentrum für Hellersdorf auf ehemaligem Ackerland entworfene Quartier auch nicht aus. Die Wohnungen sind alle saniert. In der Hellen Mitte haben das Bezirksamt, ein über Hellersdorf hinaus bekanntes Gesundheitsfachzentrum sowie die Alice-Salomon-Hochschule ihren Sitz. Graffiti gibt es nirgendwo. Im Einkaufszentrum herrscht allerdings zwischen ...

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