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Großer Andrang in Notunterkünften

Stadtmissison mit weiteren Übernachtungsplätzen für Obdachlose / Spenden willkommen

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Eiskalt ist es in Berlin. Gestern früh wurden minus 17 Grad gemessen. Da kann eine Übernachtung im Freien tödlich sein. »Die Zahl der Menschen, die unsere Notübernachtungen füllen, ist um 20 Prozent gestiegen«, berichtet Thomas Winistädt von der Berliner Stadtmission. Das bedeutet, dass momentan 170 Gäste pro Nacht in die Einrichtungen der Stadtmission kommen. 60 Plätze kann sie selbst finanzieren, weitere 60 Menschen durch Spenden versorgen. In der jetzigen Situation reicht aber auch das nicht aus.

Die Spende der Berliner Gasag über 30 000 Euro, die gestern übergeben wurde, kam deshalb gerade recht. Dadurch können weitere Notübernachtungsplätze zur Verfügung gestellt werden: In der Moabiter Wohnungslosentagesstätte »Warmer Otto« in der Wittstocker / Ecke Rostocker Straße wurden 30 neue Plätze eingerichtet. Ebenso viele in der »City-Station« in der Joachim-Friedrich-Straße (S-Bahn-Station Halensee), dort nur sonntags und montags (in beiden jeweils von 21 bis 8 Uhr).

»Die Stadtmission hat uns die Situation in der Notübernachtung geschildert, und natürlich waren wir sofort bereit, Verantwortung zu übernehmen«, so der Gasag-Pressesprecher Klaus Haschker. Denn die Gasag gehört schließlich zu den Profiteuren des Winters. Man verdiene gerade ganz gut, bestätigt Haschker.

30 Nachtplätze kosten in etwa 500 Euro am Tag. Also seien 15 000 Euro nötig, um den »Warmen Otto« einen Monat lang zu finanzieren, rechnet Winistädt vor. Den Hilfsbedürftigen wird ein Schlafplatz auf einer Isomatte mit Decke angeboten. Außerdem können sie duschen, essen und warme Kleidung bekommen. Besonders wichtig sei es aber, den Menschen weiterführende Angebote zu machen. »Wir wollen ihnen immer auch Perspektiven aufzeigen und versuchen, sie beispielsweise an ein Wohnprojekt oder das Jobcenter zu vermitteln«, betont Missions-Mitarbeiterin Ortrud Wohlwend.

Manchmal hilft den Bedürftigen auch etwas Geld oder eine BVG-Karte weiter. Winistädt erinnert sich an einen Heroinsüchtigen, der in einem Methadonprogramm untergebracht werden konnte. 20 Euro für Praxisgebühr und Rezept reichten da schon aus.

Die Mitarbeiter der Stadtmission siezen ihre Gäste. »Sie sollen spüren, dass wir sie respektieren und dass sie bei uns willkommen sind«, sagt Wohlwend. »Vor Dienstbeginn finden sich die Mitarbeiter in der Kapelle zusammen und bitten um Hilfe, um anderen helfen zu können.« Für die Obdachlosen gebe es auch eine Andacht, aber diese sei natürlich nicht verpflichtend, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. »Wir fordern nichts. Allerdings dulden wir keine Drogen und keine Aggression.«

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