Neonazis stören Gedenken in Zossen

Justizminister Schöneburg fordert Geschlossenheit im Kampf gegen Rechts

  • Von Björn Kietzmann
  • Lesedauer: 2 Min.
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Antifaschistisches Transparent in Zossen
Antifaschistisches Transparent in Zossen

In Zossen störten am Mittwochabend rund 30 Neonazis eine Kundgebung am Holocaust-Gedenktag. Rund 150 Menschen hatten sich zum Gedenken auf dem Marktplatz versammelt. Die Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gesicht« hatte die Kundgebung organisiert, antifaschistische Gruppen hatten aufgerufen, daran teilzunehmen. Bereits vor Beginn der Kundgebung herrschte in der 17 000 Einwohner zählenden Stadt Aufregung, weil Neonazis angekündigt hatten, stören zu wollen.

Inmitten eines Aufgebots der Polizei wurden die Namen und Schicksale von lokalen Opfern des Faschismus verlesen. Es war ein stilles Gedenken, bei dem auch Kerzen für die rund 80 ermordeten und verschleppten Bürger der Stadt angezündet wurden.

Parolen grölend eilten dann aber etwa 30 Neonazis herbei. Polizisten stoppten die Rechtsextremisten 50 Meter vor der Kundgebung. Platzverweise wurden jedoch nicht ausgesprochen. Stattdessen ließen die Beamten zu, dass am Jahrestag der Befreiung des KZ Ausschwitz Neonazis den Hitlergruß zeigten. Während die Namen weiter vorgelesen wurden, schallte es »Lügner, Lügner« und »Nieder mit der roten Pest«. Die Lage in Zossen ist derzeit mehr als angespannt. Am 22. Januar brannte das »Haus der Demokratie« der Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gesicht« komplett nieder. Dass es ein rechtsextremer Anschlag war, halten viele für naheliegend. Seit Eröffnung des Hauses im September 2009 hatte es mehrfach rechtsextreme Anschläge auf das Gebäude gegeben. Sogar Morddrohungen gegen den Initiativen-Sprecher Jörg Wanke wurden ausgestoßen. An der Fassade seines Wohnhauses fanden sich Sprühereien wie »Jörg Wanke stirbt bald« und »Zossen bleibt braun«.

Justizminister Volkmar Schöneburg (LINKE), der an der Kundgebung teilnahm, rief zur Geschlossenheit im Kampf gegen Neonazis auf: »Warum das ›Haus der Demokratie‹ in Flammen aufging, wird noch ermittelt. Aber eines steht für mich fest: Rechtsextremisten, die sich feiernd vor dem brennenden ›Haus der Demokratie‹ filmen, sind wie geistige Brandstifter.«

»Zossen zeigt Gesicht« will sich nicht einschüchtern lassen. »In das ›Haus der Demokratie‹ ist  seit dem 12. September 2009 viel Arbeit, Geld und ehrenamtliches Engagement gesteckt worden. Nun benötigen wir Hilfe und Unterstützung, um unsere Arbeit sofort in anderen Räumen fortsetzen zu können«, heißt es.

Spenden an den BAZ e.V., VR-Bank Fläming, Kto. 1 106 861 200, BLZ: 16 062 008, Verwendungszweck: »Haus der Demokratie – Zossen zeigt Gesicht«

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