Chaim Noll: Drei Erzählungen »Wer glaubt eine positive Geschichte?«

Chaim Noll, 1954 als Hans Noll geboren, Sohn des Schriftstellers Dieter Noll, siedelte 1984 nach West-Berlin über, wo er als Journalist arbeitete und sich als Buchautor einen Namen machte. Seit den 90er Jahren lebt er in Israel. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehören die Romane »Der goldene Löffel« und »Der Kithara-Spieler«, der Gedichtband »Die Wüste lächelt« sowie die Essaybände »Leben ohne Deutschland« und (mit Lea Fleischmann) »Meine Sprache wohnt woanders. Gedanken zu Deutschland und Israel«. Die hier veröffentlichten Texte hat uns Chaim Noll aus Beer Sheva geschickt – 2011 soll daraus ein Erzählungsband werden.

In einem Krankenzimmer trifft man Menschen, denen man sonst nie begegnen würde. Niemand ist freiwillig hier, jeder hat zwingende Gründe und wäre lieber irgendwo anders, zu Hause, auf Reisen oder wo immer, jedenfalls fern von diesem Raum und denen, die sich darin aufhalten, alle in der Hoffnung, ihn möglichst rasch wieder zu verlassen. Im Bett am Fenster ein russischer Einwanderer, der in seiner Jugend Kampfpilot bei der sowjetischen Luftwaffe war, ein alter Mann mit einem »Loch im Herzen«, wie er sagt, auf dem Nachttisch ein Foto, das ihn im Schmuck seiner Orden zeigt, und neben ihm, jung und blond, ohne Orden, sein Enkel in der Uniform der israelischen Armee.

Der Enkel kommt manchmal zu Besuch. In Armeegrün, ein lilafarbenes Käppi unter die Schulterklappe geschoben, eine schwarze Maschinenpistole umgehängt. Er setzt sich auf den Stuhl neben dem Bett, wo sonst die Großmutter sitzt. Die Großmutter zieht solange zum Fußende um und schwei...

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