Im Rücken das Feld

Gorki Studio Berlin zeigt Thomas Freyer:

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Britta Hammelstein

Prägnanter hätte Nora Schlocker ihre Schwierigkeiten im Umgang mit Thomas Freyers neuem Stück »Im Rücken die Stadt« kaum ausdrücken können. Bei der Uraufführung dieser nach einem Forschungsaufenthalt im brandenburgischen Wittenberge verfassten dramatischen Sozialstudie zieht sich die imposante Aufnahme eines gelb blühenden Rapsfeldes über die gesamte Breite der rückwärtigen Wand des Gorki Studios. Feld statt Stadt – der Kommentar spricht Bände.

Mit dem Rücken zu diesem Feld bemüht sich eine permanent präsente siebenköpfige Schauspielerschar, Gestalten zu kreieren, die als Zeitgenossen in Randgebieten noch erkenntlich sind, gleichzeitig aber jenen überzeichneten Zuschnitt aufweisen, der sie zu Bühnenfiguren prädestiniert. Im besten Falle (Ulrich Anschütz, Wilhelm Eilers und Jörg-Martin Wagner) kreieren sie skurrile Klischeebilder.

Dieser Mini-Chor der Nachbarn produziert durch hochkonzentriertes Boccia-Spiel und die überzeugend ins ...


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