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Schnelles Geld mit den »Bandidos«

Im Erfurter Rocker-Prozess sagte ein Kronzeuge aus. Sein Chef macht derweil auf »emotionaler Typ«

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Erfurt (dpa/ND). Im Erfurter »Bandidos«-Prozess hat am Dienstag ein Kronzeuge aus dem Innenleben des berüchtigten Motorradclubs berichtet. Der 31 Jahre alte Mann, der bis 2008 auf niedriger Hierarchie-Ebene Mitglied der Weimarer Motorradrocker war, beschrieb die Hierarchie und die strikten Regeln der Gruppe.

Der junge Mann war 2007 hoch verschuldet und vorbestraft Mitglied geworden, weil er hoffte, mit Hilfe der Rocker »etwas Geld verdienen zu können«. Er berichtete, dass die »Bandidos« im Türsteher-Geschäft tätig seien. Andere würden ihr Geld mit Prostituierten verdienen. »Das klingt ja nicht schlecht, dachte ich.«

Der Chef der Gruppe strapazierte gestern weiter die Nerven des Gerichts. Der Mann mit Tätowierung im Gesicht erklärte, er sei auf dem Weg zum Gerichtssaal von Polizisten massiv bedroht worden. »Ich bin ein emotionaler Typ, den das mitnimmt.« Ein Polizist habe ihm gesagt, es sei der Plan, ihn zu erschießen. Sein Verteidiger sprach »von einer menschenunwürdigen Provokation« und erklärte, dass die geplante Vernehmung des Kronzeugens unter diesen Umständen nicht möglich sei. Die Staatsanwaltschaft hat nun ein Verfahren wegen Beleidigung und Bedrohung gegen die Polizisten eingeleitet. Angeklagt sind in dem Rockerprozess sechs Mitglieder des Weimarer Motorradclubs »Bandidos«. Ihnen wird unter anderem versuchter Mord bei einer Messerstecherei in Weimar vorgeworfen.

In Berlin verhinderte die Polizei am Montagabend einen Zusammenstoß zwischen »Bandidos« und »Hells Angels«. Kürzlich war bekannt geworden, dass 70 ehemalige »Bandidos«-Mitglieder zu den konkurrierenden »Hells Angels« übergelaufen waren. Seit sich dadurch der Konflikt zwischen den Banden verschärft hat, beobachtet die Polizei beide Gruppen stärker. Sie rechnet mit Racheaktionen.

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