Gunnar Decker 22.02.2010 / Kultur

Der Honig-Bär

Berlinale-Abschluss: Die Natur draußen und unsere Menschennatur

Dies war die Berlinale des Ostens. Zumindest aus der Sicht der Jury unter Werner Herzog: Rumänien, Russland, Türkei – am häufigsten und mit den wichtigsten Preisen bedacht. Die geehrten Filme sind ein deutlicher Hinweis auf die ästhetische Handschrift Herzogs, der in seinen eigenen Filmen immer eine Art spezieller Naturfilmer geblieben ist. Ein Menschenfilmer! Aber der Mensch ist beladen mit seiner ebenso guten wie bösen Natur, inmitten der von ihm geschaffenen zweiten Natur, der Zivilisation, der er oft wie fremd gegenübersteht. Um diesen elementaren Widerspruch gegenwärtiger Existenz geht es auch in den prämierten Filmen. Übersetzt man die Titel allein der drei prämierten Filme, ist man erstaunt. »Wenn ich pfeifen möchte, pfeife ich«, »Wie ich diesen Sommer beendete« und »Honig«. Es klingt fast idyllisch, aber es bleibt auch immer ein Pfeifen im dunklen Wald.

»Bal« ist ein stiller Film, der sein eigenes Tempo behauptet: die Langsamkeit der Jahreszeiten. Ein Blick in eine Kindheitswelt, in der der Wald die Welt ist. Ein Ort des Blühens und Rauschens, der Vögel. Mit dem Vater an der Seite kann man das staunend erleben. Als der Vater im Wald umkommt, ändert sich alles: Der Wald ist nun auch ein bedrohlich dunkler Raum, er kann einen für immer verschlucken. Und dann doch die wundersame Wiederbefreundung mit dem Wald, der Heimat bleibt, aber nun wissender. Der Junge ist gewachsen, die gläubige Kindheit liegt mit dem Tod des Vaters hinter ihm, er sieht anders: Er wird er selbst.

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