Polizei kann kein Blut sehen

Ausschuss untersucht Ermittlungsfehler nach Überfall auf Halberstädter Schauspieler

  • Von Hendrik Lasch, Magdeburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Polizisten haben nach dem rechtsextremen Überfall auf Schauspieler in Halberstadt im Juli 2007 schlampig und unsensibel gehandelt. Das beklagen Zeugen vor einem Ausschuss im Landtag von Sachsen-Anhalt.

Nach der Attacke bot sich den Opfern ein Bild des Grauens. »Wie ein Schlachtfeld« habe der Platz vor dem Kulturhaus von Halberstadt ausgesehen, sagt Michael R. Der 30-jährige Musiker war in einer Inszenierung der »Rocky Horror Picture Show« am Bergtheater Thale engagiert und hatte in der Nacht vom 8./9. Juni 2007 gerade die gelungene Premiere gefeiert, als er und seine Kollegen von Rechtsextremen brutal zusammengeschlagen wurden. Es gab zerfetzte Lippen, ausgeschlagene Zähne und Unmengen Blut. Man hätte, sagt der Gitarrist, »schon blind sein müssen, wenn man die Schäden nicht hätte sehen wollen«.

Die zwei Polizisten, die nach einem Notruf zum Tatort fuhren, sahen sie nicht. Es sei nicht zu klären gewesen, ob es Verletzte gegeben habe, zitierte die Linksabgeordnete Gudrun Tiedge gestern in einem Untersuchungsausschuss des Magdeburger Landtags aus einem Polizeiprotokoll: »Gegenüber den Beamten hat sich keine Person als Geschädigter zu erk...


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