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Parteisoldat

Andreas Krautscheid wird neuer Generalsekretär der CDU in Nordrhein-Westfalen

Nur einen Tag nachdem Hendrik Wüst, Generalsekretär der CDU in Nordrhein-Westfalen, wegen der Sponsoren-Affäre zurückgetreten war, präsentierte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers dessen Nachfolger. Andreas Krautscheid wird ab dem 7. März Wüst zunächst kommissarisch beerben. In seiner bisherigen Funktion als Landesminister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien scheint der 49-Jährige ersetzlich zu sein. Seine Aufgaben werden bis zur Landtagswahl am 9. Mai voraussichtlich Staatssekretäre übernehmen.

Der im rheinland-pfälzischen Wissen geborene Krautscheid soll in den kommenden elf Wochen den Wahlkampf der NRW-CDU managen. Er übernimmt damit eine undankbare Aufgabe, denn die Sponsoren-Affäre hat die Union in eine tiefe Krise gestürzt. Bei der Bewältigung der kritischen Situation zählt Rüttgers vor allem auf Wortgewandtheit und Medienerfahrung des neuen Generalsekretärs.

Auch aufgrund dieser Qualitäten stieg der Jurist in seiner Jugendzeit rasch in der Parteihierarchie auf. Nachdem sich Krautscheid früh der Jungen Union anschloss, wurde er mit erst 31 Jahren stellvertretender Sprecher der Bundes-CDU. Zwischen 1994 und 1998 saß Krautscheid im Bundestag. Danach war er bei verschiedenen Unternehmen beschäftigt, unter anderem als Öffentlichkeitsarbeiter des Telekom-Konzerns. Dort profitierte der Lobbyist von seinen guten Verbindungen zur Bundespolitik. Im Jahr 2006 holte ihn NRW-Landeschef Rüttgers zurück in die Politik. Krautscheid wurde zunächst Staatssekretär und Regierungssprecher, später Minister. Über den baldigen Verlust dieses Postens ist er nicht erfreut. Aber der loyale Parteisoldat sagt über seine neue Aufgabe, er gehöre im Wahlkampf »an diese Front«.

Rüttgers Personalentscheidung könnte ein Hinweis auf die Koalitionsbildung nach der Landtagswahl sein. Da es für Schwarz-Gelb wohl nicht reichen wird, flirtet die CDU mit den Grünen. Und zu diesem potenziellen neuen Koalitionspartner hat Krautscheid gute Kontakte. Im Rhein-Sieg-Kreis hatte er als Kreisvorsitzender nach der letzten Kommunalwahl ein schwarz-grünes Bündnis mit auf den Weg gebracht.

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