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Experimentieren im Finale

Deutsche Fußballerinnen heute im Endspiel des Algarve Cups gegen USA

Chance auf den Turniersieg hin, Duell gegen den Erzrivalen her – die deutschen Fußballerinnen wollen auch im heutigen Finale des Algarve Cups in Faro gegen Olympiasieger USA kräftig weiter experimentieren. »Ein Endspiel will man immer gewinnen. Aber wir ziehen unser Ding bis zum Schluss durch«, sagte Trainerin Silvia Neid nach dem deutlichen 5:0-Erfolg im letzten Gruppenspiel gegen China und vor dem Showdown der Rekordweltmeister.

Neid sieht keinen Grund, von ihrer Marschroute zu Beginn der Vorbereitung auf die WM 2011 in Deutschland abzuweichen. Trotz der taktischen Wechselspiele sowie des Einsatzes aller 20 Spielerinnen waren die Welt- und Europameisterinnen in den Gruppenspielen gegen Dänemark (4:0), Finnland (7:0) und China eine Klasse besser als Gegnerinnen, die zur erweiterten Weltspitze gehören.

»Wir haben alles ausprobiert, was man nur ausprobieren konnte. Und es hat alles gut geklappt«, erklärte Neid: »Wir haben jetzt ein paar Ausfälle, aber wir kriegen das hin. Jede Spielerin weiß, was wir spielen wollen. Und die Spielerinnen setzen es um, wie wir es besprochen haben – egal wer wo aufgestellt wird.«

Die starken Leistungen mit 16 Toren in drei Partien, in denen sich die Gegner nicht eine echte Torchance erarbeiten konnten, verblüffte sogar die Spielerinnen. »Ich bin schon überrascht, wie souverän wir ins Finale gekommen sind. Entweder waren wir so gut oder die anderen so schwach«, meinte Abwehrspielerin Babett Peter, die wie schon beim EM-Triumph im vergangenen Jahr zu den Stützen der Mannschaft gehört.

Auch Angreiferin Anja Mittag hat keine Begründung für den lockeren Durchmarsch ins Endspiel parat. »Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals so souverän in ein Finale eingezogen sind«, sagte die Torjägerin, die ihre zahlreichen verpassten Chancen im Spiel gegen Finnland mit dem Mannschaftspsychologen Arno Schimpf analysierte und gegen China prompt zweimal traf.

Für die bisher fehlende Standortbestimmung knapp 16 Monate vor dem WM-Beginn werden die US-Girls sicher sorgen. Schließlich kassierten die Deutschen, bei denen die ernüchternde Bilanz von 17 Niederlagen, 4 Remis und nur 5 Siegen gegen die Amerikanerinnen zu Buche steht, schon im letzten Länderspiel des vergangenen Jahres eine 0:1-Niederlage gegen den Weltranglistenersten. »Die USA spielen immer Powerfußball. Wir werden sicher mehr gefordert als bisher. Aber nur so können wir unsere Schwächen erkennen und daran arbeiten«, sagte Neid. SID

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