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Aufnahmen aus dem Tarnzelt

Josef Vorholt zeigt in einer Ausstellung Fotografien aus der heimischen Natur

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Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung

Mitten im Garten der Revierförsterei steht ein kleines Zelt. Der Stoff ist ein wenig zurückgezogen und man kann ein Stativ und einen Campinghocker erkennen. Wie viele Stunden Josef Vorholt schon in dem getarnten Unterschlupf verbracht hat, kann er nicht genau sagen. Auf jeden Fall wird er es so lange immer wieder tun, bis er sein Wintermotiv im Kasten hat. Und das ist, wie bei allen seinen Aufnahmen, nicht ganz einfach.

Aber der 46-Jährige hat vorgesorgt und ein paar Köder für das putzige Eichhörnchen aufgestellt: Ausgehöhlte Birkenstämme mit Schlupflöchern und Holzstümpfe auf denen Nüsse liegen. Vielleicht fühlen sich auch Vögel davon angezogen. Doch das ist ihm eigentlich egal. Josef Vorholt nimmt die Natur so, wie sie sich in dem jeweiligen Moment präsentiert. »Da wird auch hinterher nichts hinzugefügt oder entfernt«, erklärt er. Ihn faszinieren besonders solche innigen Momente, in denen er sich selbst als Teil der Natur fühlt. »Gekrönt werden diese Augenblicke, wenn es mir gelingt, davon ausdrucksstarke, ansprechende Fotos zu machen«, sagt Vorholt.

Die erfolgreiche Teilnahme an den Wettbewerben »Europäischer Naturfotograf« bescheinigt ihm, neben seinem Talent vor allem den richtigen Blick zur richtigen Zeit auf einen interessanten Teil der Natur zu haben. Wochenlang ist er manchmal einem Motiv auf der Spur. Oft begleitet ihn seine Lebensgefährtin Dagmar G. Wolf. »Weil man zu zweit einfach mehr sieht«, sagt sie.

So war das auch bei der »Flugpost« – dem preisgekrönten Motiv, das jetzt im Automobilforum Unter den Linden neben 90 Aufnahmen anderer Fotografen zu sehen ist. Den anthrazitfarbenen Briefkasten mit dem eingearbeiteten Tauben-Relief hatte sie irgendwo im Land Brandenburg entdeckt. Er baute sich dann direkt davor mit seiner Fotoausrüstung auf. Herausgekommen ist mehr als ein Schnappschuss: Ein Bild, auf dem eine Kohlmeise mit leuchtend gelb-schwarzem Gefieder weit ihre Flügel ausbreitet und in die gleiche Richtung wie scheinbar die Metall-Brieftaube fliegt.

Zu Vorholts Lieblingsmotiven, die er auf Kalendern oder Postkarten verewigt, gehören der Eisvogel, der seiner Gattin einen Fisch schenkt, die Schwanenkinder im Gefieder der Eltern oder die knorrige Eiche, die den nachdrängenden gleichförmigen Kiefern trotzt. Auch die dicke Bache, die zwischen den Badegästen am Strand des Müggelsees einen Papierkorb ausräumt, ist längst ein Bestseller.

Josef Vorholt zieht es besonders in die heimische Natur. Und die Menschen staunen über seine Entdeckungen. Er wiederum wundert sich, dass andere so viel übersehen. Schon als Kind beeindruckten ihn der Reichtum der Wälder, Moore und Seen, Insekten, Vögel und Blumen. Diese intensive Auseinandersetzung mit der Natur brachte ihn letztendlich zu seinem Berufswunsch. »Mein Vorteil ist, dass ich täglich mitten im Naturgeschehen bin«, sagt der Revierförster.

Bei seinem Hobby probiert er gern verschiedene Fototechniken aus und kreiert mitunter »Zaubereichen«, die wie Aquarelle wirken. »Ich möchte mit dem Licht malen«, erklärt er.

Bis zum 21. März ist im Automobilforum, Unter den Linden 21/Ecke Friedrichstraße, die Ausstellung zu sehen. Öffnungszeiten: Montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

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