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Wo der Finger-Steinbrech blüht

Biotoppflege im Biesenhorster Sand: NABU lädt zum Frühjahrseinsatz nach Karlshorst

Landschaftsschutzgebiet und ehemaliger Rangierbahnhof Biesenhorster Sand
Landschaftsschutzgebiet und ehemaliger Rangierbahnhof Biesenhorster Sand

Im Norden von Lichtenberg gibt es ein etwa 80 Hektar großes Gebiet voller Raritäten: den Biesenhorster Sand. Früher war dort ein Rangierbahnhof, später nutzten die deutsche Wehrmacht und danach die sowjetischen Streitkräfte das Gelände entlang des Berliner Außenringes der Deutschen Bahn. An diesem Sonnabend lädt der Naturschutzbund (NABU) zum traditionellen Frühjahrseinsatz.

Seit 15 Jahren ist das nun schon so. Mit Werkzeug und Gartengeräten ausgerüstet, machen sich Freiwillige auf den Weg. Jens Scharon, Sprecher der NABU-Bezirksgruppe Lichtenberg, ist einer von ihnen. »Ohne unsere Arbeitseinsätze wäre das Areal nichts Besonderes mehr«, erklärt er. Denn längst würden die wertvollen Trockenrasenbestände von Wildwuchs überlagert, oder sogar zu Wald geworden sein. Aber gerade die großen, offenen Bereiche seien wertvoll für den Naturschutz. »Hier gibt es eine Vielzahl gefährdeter und geschützter Biotope, Tier- und Pflanzenarten«, sagt Jens Scharon.

Neueste Untersuchungen belegen einen erstaunlichen Artenreichtum: 382 verschiedene Farn- und Blütenpflanzarten sowie mehr als 1300 Insektenarten, darunter 43 unterschiedliche Tagfalter und 33 Vogel-Gattungen, wurden nachgewiesen. »Zwölf der gefundenen Schmetterlings-Typen galten beispielsweise als ausgestorben«, berichtet der Naturschutzexperte. Vieles was auf der Roten Liste Berlins steht, ist auf dem Gelände zu finden.

Einmalig wäre auch der Reichtum an Heuschrecken. 22 verschiedene Arten leben im Biesenhorster Sand, darunter das berlinweit größte Vorkommen an Blauflügeligen Sandschrecken.

Zudem siedelten sich in dem Areal, das nördlich von der Bahntrasse U 5 und südlich durch die Wuhlheide begrenzt wird, deutschlandweit gefährdete Vogelarten wie Brachpieper, Hauben- und Heidelerche an. Zu den besonderen Blütenpflanzen gehören Kleines Mädesüß, Gemüselauch und Finger-Steinbrech. »Wenn im Sommer wilde Orchideen, Sandstroh- und Flockenblumen blühen, wenn Zauneidechsen durch den warmen Sand huschen oder die Heidelerche ihr Lied anstimmt, weiß man, die ehrenamtliche Arbeit lohnt sich«, ist Jens Scharon überzeugt.

Beim Frühjahrseinsatz sollen vor allem der Gehölzschnitt und Müll von den Flächen entfernt und der Rasen gesäubert werden.

Schon seit längerem setzt sich der NABU dafür ein, Teile des Biesenhorster Sandes als Natur- und Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Bereits vor zehn Jahren wurden erste Untersuchungen als Grundlage für eine Unterschutzstellung der artenreichen Biotope durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beauftragt. Noch gebe es aber unterschiedliche Eigentumsverhältnisse, die das Anliegen bislang verzögern, berichtet Scharon.

Arbeitseinsatz auf dem Biesenhorster Sand: 13. März ab 9 Uhr. Treff: Parkplatz am Ostende der Straße am Heizhaus in Karlshorst. Weitere Infos bei der NABU-Geschäftsstelle unter: 98 60 83 70.

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