Wird aus Guantanamo bald Bagram?

USA-Regierung will Terrorverdächtige aus aller Welt künftig am Hindukusch internieren

  • Von Olaf Standke
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wie die »Los Angeles Times« am Sonntagabend unter Berufung auf US-amerikanische Regierungsvertreter berichtete, erwägt die Obama-Administration nach der geplanten Schließung des massiv kritisierten Gefangenenlagers in Guantanamo, Terrorverdächtige aus aller Welt auf dem Militärstützpunkt im afghanischen Bagram zu internieren.

Tausende Friedensaktivisten haben am Wochenende vor dem Weißen Haus in Washington an den Beginn des Irak-Krieges erinnert und ihrem Unmut über Präsident Barack Obama Luft gemacht. Auch Ralph Nader, Verbraucherschutzanwalt und selbst dreimaliger Präsidentschaftskandidat, zeigte sich tief enttäuscht. Er sieht nur einen Unterschied zum Amtsvorgänger Bush: »Obamas Reden sind besser.« Vor allem warf Nader dem einstigen Hoffnungsträger der Bürgerrechtsbewegung vor, das Gefangenenlager Guantanamo nicht, wie im Wahlkampf und zum Amtsantritt versprochen, längst zu den Akten gelegt zu haben.

Wie die Zeitung »Wall Street Journal« jetzt berichtete, soll die Obama-Regierung inzwischen aber zumindest in abschließenden Verhandlungen mit einer parteiübergreifenden Senatorengruppe stehen, um die überfällige Schließung zu organisieren. Unter anderem sind in Guantanamo die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 inhaftiert. Ur...


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