Leonhard F. Seidl, Erlangen 25.03.2010 / Inland

Meinungsfreiheit versus üble Nachrede

Freispruch für rassismuskritische Medienwissenschaftlerin

Im Erlanger Amtsgericht fand am Mittwoch der Prozess gegen die Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer statt. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Strafe in Höhe von 6000 Euro oder zwei Monate Gefängnis wegen »übler Nachrede« gegen einen Polizisten. Die turbulente Verhandlung wurde von einem großen öffentlichen Interesse begleitet und endete mit Freispruch.

Die Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer hatte nach dem Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gerichtssaal in einem Rundfunk-Interview zu erklären versucht, warum der Bundespolizist Herr G. bei dem Vorfall auf El-Sherbinis Ehemann Elwy Okaz und nicht auf den Angreifer Alex W. geschossen hatte. Schiffer sagte, der Polizist schoss »sicherlich aus rassistischen Gründen« auf den Ehemann, obwohl der eigentlich seine Frau schützen wollte (ND berichtete). Auf dieses »sicherlich« stützte sich Staatsanwältin Jutta Schmiedel und erhob deswegen Anklage wegen »übler Nachrede«.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: