Peter Richter 01.04.2010 / Politik

Karriere ohne Krönung

Jenseits aller Legenden ist es Helmut Kohls Machtstreben, das sein Bild in der Geschichte verdunkelt. Am Sonnabend wird er 80 Jahre alt

Bereits seit Wochen überschlagen sich viele Medien in ausführlichen Würdigungen des »deutschen Staatsmannes«, des »Kanzlers der Einheit«, des »Architekten Europas«. Helmut Kohl, den sie während seiner Amtsjahre oft mit Hohn und Spott bedachten, ist zu einer solchen Lichtgestalt geworden, dass seine Schattenseiten fast zur Unkenntlichkeit verblassen. Doch fernab aller Mythenbildung ist Kohl ein Mensch, der mit seiner Lebensleistung nur sehr begrenzt zufrieden sein kann.

Der vielleicht sehnlichste Wunsch Helmut Kohls zu seinem 80. Geburtstag an diesem Sonnabend, die Aussöhnung mit seiner Partei, also die Rückkehr in den Ehrenvorsitz zu seinen Bedingungen, dürfte unerfüllt bleiben. Zwar gibt es in konservativen Kreisen der CDU diese Sehnsucht seit langem, und auch jetzt meldeten sich einige besonders treue Anhänger des einstigen Patriarchen diesbezüglich zu Wort. Aber die amtierende Vorsitzende Angela Merkel erteilte solchem Ansinnen eine ungewöhnlich entschiedene Absage. »Diese Frage stellt sich nicht mehr«, sagte sie ausgerechnet in einem Interview zum bevorstehenden Jubiläum kurz und knapp und mit etwas gequältem Lächeln.

Helmut Kohl ließ in gewohnt barscher Manier streuen, er wolle den Ehrenvorsitz auch gar nicht mehr; dazu dürfte er einen seiner beleidigten Sprüche von der Undankbarkeit der Welt abgelassen haben. »Man beißt die Hand, die einen füttert«, sagte er gern über einstige Kampfgefährten, d...

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