Kunst hinter Gittern

Der Künstler Wolfram Kastner, seine Mittenwalder Aktion und eine Possenserie aus dem bayerischen Polizei-Milieu

  • Von Rainer Funke
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Der Mann ist ein nimmermüder Aufrührer, ein Widerständler. Was ihm missfällt und ihn betrübt, macht er zur provokanten Aktionskunst. Dazu gehören die hierzulande unverdaute Nazizeit und Leute, die nach seiner Diagnose »an braunem Star leiden«. Gerät er deshalb samt seiner Helfer immer wieder ins Visier der Polizei?

Wo Wolfram Kastner auftaucht, ist Provokation gegen das vermeintlich Unabänderliche angesagt – wie hier auf dem Münchner Königsplatz, wo die Faschisten 1933 Bücher verbrannten und Kastner mit einem riesigen Brandfleck im Rasen verhinderte, dass das Gras des Vergessens wächst. Fotos: dpa/Mächler

Vor allem der Staatsschutz lässt Argwohn walten. Man ist dem 62-jährigen Münchner Wolfram P. Kastner nicht gewogen, hat gar eine Art Grusel entwickelt, wenn von ihm die Rede ist. Wo er auftaucht, sieht man die Grundfesten des Gemeinwesens erschüttert. Lediglich dank der deutschen demokratischen Justiz und ihrem gerechten Urteil gelingt es ihm meist, sich aus dem bedrohlichen Unverständnis für seine Kunst herauszuwinden.

Wie nach dem 15. Mai vorigen Jahres, als er sich mit einem gewissen Frank Brendle zusammengetan hatte, der der Deutschen Friedensgesellschaft Berlin-Brandenburg vorsteht, die im schönen Bayern als eine Art reaktionär-kommunistische Terror-Organisation zur Unterwanderung des bayerischen Gemütes empfunden wird. Gemeinsam blockierten sie – symbolisch, versteht sich – eine kleine Kapelle im Stadtzentrum der bayerischen Alpengemeinde Mittenwald, und zwar auf eine für den heiligen Ort unanständige Weise. Nämlich m...

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