Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Maoisten-Rebellen töteten 75 Polizisten

Überfall im zentralindischen Dschungel / Folgenschwerster Angriff seit Ende der 60er Jahre

Die maoistische Guerilla in Indien hat den blutigsten Angriff auf Sicherheitskräfte seit Beginn ihrer Rebellion Ende der 60er Jahre verübt.

Raipur (AFP/ND). Bei dem Überfall am Dienstag im zentralindischen Bundesstaat Chattisgarh starben nach Behördenangaben 75 Polizisten. Wie das Innenministerium mitteilte, lockten die Rebellen eine Patrouille der Reservepolizei CRPF im Dschungel in einen Hinterhalt und attackierten sie. Zur Unterstützung herangerufene Einheiten wurden von den Aufständischen den Angaben zufolge mit schwerem Geschütz unter Feuer genommen. Die 75 Sicherheitskräfte seien in den Gefechten und durch Minen ums Leben gekommen, hieß es. Sieben weitere Polizisten seien verletzt worden.

Indiens Innenminister P. Chidambaram verurteilte die Tat. Diese zeige die »wilde Natur« und die »Brutalität« der Rebellen, sagte er vor Journalisten. Die Polizisten seien »in eine Falle geraten«.

Die maoistischen Rebellen, die auch Naxaliten genannt werden, setzen sich nach eigenen Angaben für die Belange benachteiligter Bevölkerungsschichten und landloser Bauern ein. In zahlreichen Untergruppen kämpfen Schätzungen zufolge bis zu 20 000 Rebellen. Sie gingen 1967 aus einer Bauernbewegung im Bundesstaat Westbengalen hervor und sind mittlerweile in 20 der insgesamt 29 Bundesstaaten aktiv. In den vergangenen Jahrzehnten kamen dabei Tausende ums Leben. Indiens Regierungschef Manmohan Singh bezeichnete die maoistische Guerilla als größte Bedrohung für die nationale Sicherheit neben den radikal-islamischen Kämpfern. Ende 2009 begann die Regierung eine »Grüne Jagd« getaufte Offensive gegen die Rebellen, um sie aus ihren Hochburgen zu vertreiben. Als Reaktion verstärkten die Maoisten in den vergangenen Monaten ihre Angriffe.

Mitte Februar töteten die Rebellen bei einer spektakulären Attacke auf ein Lager der Polizei 25 Menschen, darunter mehrere Beamte. Rund 20 Aufständische waren auf Motorrädern durch das Lager im Osten gerast, hatten das Feuer eröffnet und mehrere Landminen gezündet. Der bislang schwerste Rebellenangriff fand im März 2007 statt, als 55 Polizisten in Chhattisgarh getötet wurden.

ND-Karte: Wolfgang Wegener

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln