Frau Koller will die Bombe wegklagen

Berliner Verwaltungsgericht soll Regierung auffordern, US-Atomwaffen »auszuweisen«

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Durch die Klage einer Bürgerin aus Rheinland-Pfalz vor dem Berliner Verwaltungsgericht soll die Bundesregierung gezwungen werden, auf den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland hinzuwirken. Dr. Elke Koller wird von der internationalen Juristenvereinigung IALANA unterstützt. Die Klage ist am Mittwoch eingereicht worden.

Tornado-Piloten aus Büchel üben Angriffe mit US-Atomwaffen – jenseits des Rechts.

Elke Koller, die die Bundesregierung vor dem Berliner Verwaltungsgericht verklagt, hat sich lange Jahre darum gesorgt, das Leben ihrer Nachbarn lebenswert zu gestalten – als Apothekerin und Mitglied der Friedensbewegung. Letzteres liegt nahe, schließlich ist ein Bundeswehr-Fliegerhorst nur vier Kilometer von ihrem Eifel-Heimatort Leienkaul entfernt.

Auf dem Stützpunkt des Jagdbombengeschwaders 33 in Büchel lagern Reste des Kalten Krieges. Es sind mindestens zehn, vermutlich sogar zwanzig US-Atombomben vom Typ B-61, der jetzt, so die letzten Auskünfte von US-Haushaltsgremien, modernisiert werden soll. Die Waffen, die bis zum 13-fachen der Zerstörungskraft der Hiroschima-Bombe entwickeln können, werden im »Ernstfall« – was immer das ist – an den Rumpf der in Büchel stationierten deutschen Tornado-Jagdbomber gehängt.

Frau Koller hat Angst. Und das Recht auf ihrer Seite, wenn sie den Abzug der Nuklearwaffen verlangt. Das be...


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