Klaus Kinner 19.04.2010 / Inland

Rosa Luxemburg, Franz Mehring

Ein spektakulärer Brief-Fund gibt endlich Aufschluss: Warum Rosa Luxemburg sich über Franz Mehring empörte

Der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ist es gelungen, einen bisher unbe-kannten Brief Rosa Luxemburgs aus Privathand zu erwerben. Es handelt sich um ein Schreiben an die Presskommission Leipzig, datiert vom 27. September 1902 . Annelies Laschitza, international renommierte Rosa-Luxemburg-Biografin, bestätigte die Echtheit des Briefes und nennt den Fund »Gold wert«: »Er präzisiert unser Wissen über die Komplikationen der Zusammenarbeit zwischen Franz Mehring und Rosa Luxemburg.«

Nicht aus Eitelkeit oder gekränkter Eigenliebe schrieb Rosa Luxemburg ihren geharnischten Brief

Die 1894 begründete und von Bruno Schoenlank erfolgreich geleitete »Leipziger Volkszeitung« (LVZ; in Luxemburgs Brief L.V.) war zur Jahrhundertwende zu einer der führenden Zeitungen der deutschen Sozialdemokratie avanciert und hat sich in der Presselandschaft Deutschlands einen gebührenden Platz erstritten. Im Verlaufe des Jahres 1901 geriet das Blatt jedoch in eine ernste Krise. Schoenlank lag schwerkrank in einer Leipziger Klinik, die Redaktion vermochte die Zeitung nicht auf ihrem Niveau zu halten. Die Presskommission der Leipziger Sozialdemokratie suchte dringend nach Lösungen. Mit Franz Mehring und Rosa Luxemburg kamen zwei profilierte, aber sehr verschiedene Persönlichkeiten in die engere Wahl für die neue Leitung. Nach reichlicher Überlegung und längeren Verhandlungen übernahm schließlich Mehring die Führung des Blattes mit der Option, Rosa Luxemburg an seiner Seite zu haben. Aber dann begannen, so schrieb Hans-Jürgen Friederici, ein exzellenter Kenner der deutschen Sozialdemokratie, in einem fundierten Aufsatz, die Querelen zwischen dem erfahrenen Journalisten und der jungen, ehrgeizigen Revolutionärin. Es kam zu Komplikationen im persönlichen Umgang und empörten Briefen.

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