Werbung

Am Himmel hoch, da geht nichts mehr

Weiter Flugverbote in Europa / Schneller Abzug der Vulkanaschewolke nicht zu erwarten

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Europa erlebte am Wochenende ein noch nie da gewesenes Reise-Chaos. In etwa 30 Staaten einschließlich Deutschland wurden wegen der Aschewolke aus Island fast alle Flüge abgesagt, die Reisenden suchten fieberhaft nach Ersatzlösungen.

Berlin (Agenturen/ND). Stündlich gaben die Aufsichtsbehörden, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter neue Absagen bekannt. Unter Hinweis auf die Gefahren der Aschewolke aus dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull wurden bereits bis in den Dienstag hinein Zehntausende Flugverbindungen abgesagt. Nach Angaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO waren die Auswirkungen schlimmer als nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001.

Die bei klarem Himmel kaum wahrnehmbare Aschewolke erstreckte sich über große Teile des Kontinents und war ständig in Bewegung. Am Sonntag dehnte sie sich Richtung Griechenland und nach Russland hinein aus. Der Rückstau der Flugverbindungen reichte bis nach Asien und auf den amerikanischen Kontinent, am Sonnabend wurden 282 von 337 Flugverbindungen zwischen Europa und den USA annulliert.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) bat um die Aufhebung der Nachtflugbeschränkung für eine Woche, sobald die Flugsicherung den Luftraum wieder freigegeben habe. Um die festsitzenden Passagiere so schnell wie möglich an ihre Ziele zu bringen, zähle dann »jede Stunde, die wir fliegen dürfen – auch nachts«, erklärte BDF-Geschäftsführer Michael Engel.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ging davon aus, dass es nach einer Freigabe des Luftraums »einige Tage« dauern wird, bis der Flugbetrieb wieder normal läuft.

Deutschlands größter Pauschalreiseveranstalter TUI startete eine europaweite Rückholaktion für gestrandete Urlauber. Bis Sonntagmittag wurden einem TUI-Sprecher zufolge bereits rund 1000 Gäste von verschiedenen Ferieninseln auf das europäische Festland gebracht, von wo aus sie mit Bussen nach Frankfurt am Main gefahren werden sollten. Schwerpunkt der Aktion war Mallorca.

Mehrere Fluggesellschaften unternahmen Anstrengungen, um die Berechtigung der Flugverbote zu überprüfen. KLM startete am Sonntag zwischen Amsterdam und Düsseldorf eine Serie von Testflügen. Eine Boeing 737 mit 20 Crew-Mitgliedern stieg am Morgen von Amsterdam-Schiphol auf und landete sicher in Düsseldorf. Ähnliche Versuche wurden in Großbritannien und Frankreich angekündigt. Die Deutsche Flugsicherung verlängerte die Sperrung des Luftraums für reguläre Passagierflugzeuge zunächst bis 20 Uhr.

Deutsche Atmosphärenforscher wollen am heutigen Montag in die Aschewolke fliegen und erstmals verlässliche Daten für das seit Freitag verhängte Flugverbot sammeln. Mehrere Fluggesellschaften kritisierten am Wochenende, dass der Luftraum über Nordwesteuropa nur wegen computergestützter Hochrechnungen zur Staubbelastung geschlossen blieb. Flugverbote bis in den Montag hinein gab es außer in Deutschland unter anderem in Island, Tschechien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Schweden und Dänemark.

Der Gletschervulkan in Island stieß unterdessen unverändert Rauch und Asche in die Atmosphäre. Wie das Ministerium für Zivilschutz in Reykjavik am Sonntagnachmittag mitteilte, trieben Winde die Wolke in etwa acht Kilometer Höhe auf den europäischen Kontinent zu. Der Deutsche Wetterdienst rechnet nicht mit einem schnellen Abzug der Wolke aus Vulkanasche. Grund ist das immer noch recht stabile Hoch, das stärkere Winde oder Niederschläge über Mitteleuropa verhindert.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen