Unten links

Wenn jemandem nach seinem Rücktritt Respekt bekundet wird, ist Vorsicht geboten. Respekt wurde noch jedem hinterher geworfen, der sich längst hätte davon machen sollen. Korrupte Minister und verantwortungslose Manager durften sich abschließend in Respektsbekundungen sonnen. Nun hat Deutschlands oberster Katholik, Erzbischof Robert Zol-litsch, seinem Bischofsbruder Walter Mixa Respekt gezollt, der aus triftigen Gründen die Variante Rente mit 69 wählte. Das Wörtchen »endlich« schwebte im Luftraum wie eine isländische Aschewolke. Da darf man daran erinnern, dass erst kürzlich die evangelische Bischöfin Margot Käßmann zurücktrat, und zwar wegen einer vergleichsweise läppischen Geschichte, die mit ihrer Amtsführung nichts zu tun hatte. Der Unterschied: Beim Käßmann-Rücktritt waren viele traurig – und hoffen auf ihre Wiederkehr in die Öffentlichkeit. Bei Mixa sind alle erleichtert und wünschen ihn – nein, nicht zum Teufel, nur aufs endgültige Altenteil. wh

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung