Werbung

Rufe »Mörder, Mörder« auf Beerdigung

Colonia-Dignidad-Gründer Schäfer in Chile beigesetzt

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Santiago (dpa/ND). Bei der Beerdigung des früheren Chefs der berüchtigten Deutschen-Siedlung Colonia Dignidad im Süden Chiles, Paul Schäfer, ist es zu Protesten gekommen. »Mörder, Mörder«, riefen Anwohner, als der Sarg Schäfers aus einer Kapelle in der Hauptstadt Santiago gebracht wurde. Andere bewarfen den Leichenwagen mit Erde. Schäfer, der am Sonnabend im Alter von 88 Jahren in einem Gefängnishospital Santiagos gestorben war, wurde auf dem Friedhof Parque del Recuerdo Cordillera im Stadtteil Puente Alto von Santiago beigesetzt.

Die einzige Verwandte Schäfers, seine Adoptivtochter Rebeca, mied jeden Kontakt mit den Medien. Die Bewohner der früheren sektenartigen Colonia Dignidad, die heute Villa Baviera (Bayerisches Dorf) heißt, hatten eine Beerdigung auf dem Gelände des riesigen Gutes abgelehnt. Der Laienprediger Schäfer hatte Anfang der 60er Jahre das Gut gegründet und bis Anfang der 90er despotisch über die etwa 300 Siedler geherrscht.

Schäfer war wegen Mordes, Folter, sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und anderer Verbrechen zu einer Haftstrafe von insgesamt 33 Jahren verurteilt worden. Der Sprecher der Siedlung, Martin Matthusen, sagte der Nachrichtenagentur dpa: »Wenn ein Mensch stirbt, ist das immer traurig, und der Tod vielleicht nicht der Augenblick, um Urteile zu fällen.« Es mache die Siedler jedoch traurig, dass Schäfer nie um Entschuldigung gebeten habe. Beim chilenischen Volk bitte die Siedlung erneut um Vergebung für alles Leid, das durch Mitglieder angerichtet worden sei.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Die Serie aus dem studentischem Kosmos.

Leben trotz Studium?!

Jetzt 14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt lesen und keine Folge verpassen.

Kostenlos bestellen!