Roter Stern ärgert sächsische Nazis

Antifaschistischer Leipziger Fußballklub wagt sich in rechte Hochburgen

  • Von Christoph Ruf
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In Nordsachsen musste am Samstag erneut ein Fußballspiel abgebrochen worden, weil Zuschauer antisemitische und rassistische Parolen riefen (ND berichtete). Der Vorfall spricht Bände über den Alltag in einem Landstrich, in dem die Rechtsextremen längst die Jugendkultur dominieren und den Fußball in Beschlag nehmen.

Am Samstagabend saßen einige Fans des Fußballklubs »Roter Stern Leipzig« in ihrem Stammlokal beisammen, wie sie es nach Spielen immer tun. Doch Sophia Bormann kam nicht dazu, sich aufs Essen zu konzentrieren. Ständig klingelte das Telefon, ihr Verein war soeben mal wieder zur Zielscheibe von Neonazis geworden. Der Rote Stern ist ein alternativer Breitensportverein, der jüngst mit dem »Sächsischen Förderpreis für Demokratie« ausgezeichnet wurde. Seine erste Fußball-Herrenmannschaft spielt in der achtklassigen Bezirksklasse, Staffel II. Das beinhaltet Fahrten in die nordsächsische Provinz, und die ist ein regelrechter Gegenentwurf zum bunten Leben im Leipziger Szenestadtteil Connewitz. Die Gegend um Grimma, Delitzsch und Mügeln ist eine der landesweiten Hochburgen der rechten Szene. Quasi zeitgleich mit dem Spiel fand im etwa 40 Kilometer entfernten Torgau eine Neonazi-Demo mit 170 Teilnehmern statt.

Zehn bis 15 rechtsextremistische Juge...


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