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Tote Zonen im Meer

Mississippi-Delta leidet auch unter Belastung durch Landwirtschaft

  • Von Steffen Schmidt
  • Lesedauer: 2 Min.

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Das Gebiet um die Mündung des Mississippi in den Golf von Mexiko litt auch schon vor der aktuellen Ölkatastrophe unter massiven Umweltbelastungen.

Die Mississippi-Mündung ist auf Satellitenfotos unverkennbar. Ihr Delta reicht bis weit in den Golf von Mexiko, und das Flusswasser färbt das Meer gelblich. Erdpartikel aus dem riesigen Landwirtschaftsgebiet vom Mittelwesten bis in den Süden der USA trüben das Wasser. Mit ihnen kommen Düngemittelrückstände und Nährstoffe aus Abwässern. Eine Studie von Wissenschaftlern der Louisiana State University und der US-Behörde für Meeres- und Atmosphärenforschung NOAA kam schon vor drei Jahren zu dem Ergebnis, dass sich dort am Meeresgrund eine Todeszone auf rund 22 000 Quadratkilometern ausbreitet. Schuld daran ist neben der Biomasse, die mit dem Flusswasser angeschwemmt wird, vor allem die große Menge an Stickstoff. Das Volumen an Nährstoffen hat sich in den vergangenen 50 Jahren verdreifacht. Die Nährstoffe sorgen für eine üppige Algenblüte. Die Zersetzung der abgestorbenen Algen hat den Sauerstoff des Meerwassers aufgebraucht. Infolge dessen können dort Fische, aber vor allem zahlreiche Wirbellose, die Fischen als Nahrung dienen, nicht mehr leben. Das betroffene Gebiet hat sich seit den 90er Jahren auf das Doppelte vergrößert. Da bislang nichts gegen die Ursachen des Problems getan wurde, sind es ausgerechnet die schweren Hurrikane, die durch Vermischung des Wassers dessen Sauerstoffgehalt erhöhen.

Die aktuelle Ölpest gefährdet also das Meeresleben in weiter entfernten Gebieten, wenn ihre Ausbreitung nicht bald gestoppt wird. Ganz ölfrei ist das Meer im Golf von Mexiko und vor der kalifornischen Küste allerdings auch bei unfallfreier Erdölförderung nicht. Denn bereits im Jahre 2003 fanden deutsche Meeresforscher in 3000 Metern Wassertiefe vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán mehr als 25 Hügel am Meeresgrund, aus denen natürlicher Asphalt austritt. Aus diesen sogenannten Asphaltvulkanen treten darüber hinaus auch Methan und leichtere Erdölfraktionen aus. Deshalb wurde die Expedition des Forschungsschiffs »Sonne« auch auf dieses Naturphänomen aufmerksam: Auf Satellitenbildern zeigte sich an diesen Stellen ein Ölfilm. Dieses bizarre Naturphänomen wurde jetzt auch vor der kalifornischen Küste ausgemacht, wie ein amerikanisch-australisches Team im Fachblatt »Nature Geoscience« berichtete. Wie die Wissenschaftler dort schreiben, entweichen aus solchen natürlichen Quellen alljährlich zwischen 0,2 und 2 Millionen Tonnen Erdöl in die Ozeane und die fünffache Menge des Treibhausgases Methan. Die Quelle ist dabei letztlich die gleiche wie bei den Unfällen auf Bohrplattformen: die unterirdischen Erdöllagerstätten. Wenn diese durch spezielle geologische Bedingungen unter Druck geraten, kann es zum natürlichen Austritt kommen. In diesem Druck liegt auch eines der Probleme beim Verschluss des BP-Bohrloches.

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