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»Die Zeit der Krieger und der Schlachten ist vorbei!«

Spieleautorin Fujita über den Erfolg ihres Brettspiels in der Heimat Japan

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Schnell sollen neue Spiele sein, überschaubar das Regelwerk und rasch zu memorieren, und am besten wird auch noch gewürfelt, das ist Konsens unter den Autoren hierzulande. Dass es auch anders gehen kann, beweisen zwei Japanerinnen. Madoka Kitao und Maiko Fujita haben die lustige Löwenjagd »Let's Catch The Lion« erfunden. Planung, Taktik, räumliche Vorstellungskraft und auch ein bisschen Knobelei sind dabei angesagt – im fernöstlichen Kaiserreich ein Hit, der alle Verkaufsrekorde bricht. Mit der in Tokio lebenden MAIKO FUJITA (36), die für die Optik des Überraschungsprojekts verantwortlich zeichnet, spricht ND-Autor RENÉ GRALLA:
Maiko Fujita.
Maiko Fujita.

ND: Ihr Spiel ist auf Anhieb ähnlich gut eingeschlagen wie Monopoly bei der japanischen Markteinführung Anfang der 80er Jahre!
Fujita: Ich bin selber überrascht, einen derartigen Boom habe ich nicht vorausgesehen. Offenbar haben viele Eltern bloß darauf gewartet, dass an Stelle von Computerspielen und technischen Artikeln für das Einzelkind endlich mal wieder ein Spiel veröffentlicht wird, das den Intellekt anregt und die Kommunikation fördert.

Es wirkt wie eine reduzierte Form des Japanschachs »Shogi«?
Genau das ist die Grundidee. Neueinsteiger werden meist überfordert vom Shogi mit seinen 81 Feldern und 20 Steinen für jede Partei. Wie sollen es Anfänger schaffen, den König des Konkurrenten matt zu setzen? Deswegen haben wir unser Projekt »Let's Catch The Lion« gestartet, zwei mal vier Steine auf zwölf Feldern, aber komplex genug, um elementare Strategien einzuüben.

Ihre Zielgruppe?
Kinder, junge Mädchen und Frauen. Madoka Kitao und ich wollten nicht hinnehmen, dass immer weniger Kinder japanisches Schach lernen. In meiner Heimat sind es mehrheitlich die Mütter, die sich um die heranwachsenden Töchter und Söhne kümmern, während die Väter zur Arbeit gehen. Entsprechend suchen auch die Mütter das Spielzeug aus. Traditionelle Shogisteine sind eher dunkel koloriert, und deswegen schwebte mir eine nettere und dekorative Alternative vor, die auch Mütter anspricht.

Statt der Tiersymbole hätten Sie für die Steine auch Bilder wählen können, die dem großen Vorbild näher kommen. Zum Beispiel Figuren im Stil der Bauern – und keine Küken!
Im Gegenteil, ein süßes Küken, das vorsichtig trippelt, passt perfekt zur Figur des Bauern. Das moderne Japan ist eine friedliche Nation. Krieger und Schlachten gehören der Vergangenheit an. Wir Frauen lehnen den Krieg ab und fassen ihn auch nicht mehr als ein militärisches Spiel auf, das Truppenmanöver simuliert. Folgerichtig repräsentieren die von Ihnen erwähnten Bauern aus meiner Sicht keine Kämpfer. Ich habe die Figuren in Tiere transformiert, die auch meinem Sohn gefallen, der das Kindergartenalter erreicht hat. Die Klötze aus Holz, die zu »Let's Catch The Lion« gehören, können als erster Schritt übereinander gestapelt werden, schlicht um etwas zu bauen, so beginnen Babys und Mütter zu spielen. Anschließend sprechen sie über die bunten Tierbilder, und so nähern sich die Kinder behutsam der Welt des Shogi an.

Bringen Sie Ihr Spiel auch in Deutschland auf den Markt?
Meine Partnerin Madoka Kitao bereitet das gerade vor.

»Let's Catch The Lion« für 2 Spieler ab 4 Jahren; Verlag Japon Brand; weitere Informationen: japonbrand.gamers-jp.com

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